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Friedensbotschaft im Libanon

Papstbesuch setzt Zeichen gegen Gewalt und Hass

Mit einer Messe in Beirut beendet Papst Benedikt XVI. heute seinen Besuch im Libanon. Gestern Abend sprach das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einer Kundgebung vor 20.000 jungen Leuten und drückte insbesondere den eigens angereisten syrischen Christen seine Bewunderung aus.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Studio Rom

Der Nahe Osten ist eine Region, die man in diesen Tagen vor allem mit brennenden Botschaften und den  Krawallen radikaler, junger Muslime in Verbindung bringt. Die katholischen Jugendlichen, die am Abend mit Benedikt XVI. zusammenkommen, wollen ein anderes Bild zeigen. Das sei doch eine kleine Minderheit, sagt Amin. "Die Moslems, mit denen ich zu tun habe, sind bereit mir zu zuhören. Dieses Video hat bestimmt viele Menschen verletzt. Und dennoch haben sie falsch reagiert. Botschaften anzuzünden ist doch dumm."

Papst wirbt bei Libanon-Reise für ein Miteinander und Verzeihung
tagesthemen 22:35 Uhr, 15.09.2012, Michael Mandlik, ARD Vatikan

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Amin ist 26 Jahre alt. Ein junger Christ aus dem Libanon, der in einer völlig anderen Welt zu leben scheint als seine Altersgenossen im nahen Tripoli, die am Freitag nach dem Gebet zwei amerikanische Fastfood-Restaurants verwüsteten - aus Protest gegen den islamfeindlichen Film aus den USA. In dieses zerrissene Land ist der Papst an diesem Wochenende gereist, und Amin und viele andere Libanesen hoffen, dass der Besuch Wirkung zeigt: "Er bringt uns Hoffnung, dass wir hier bleiben. Unsere Rolle als Christen im Nahen Osten ist es, den anderen Licht zu sein."

Die ganze Vielfalt des Christentums

Zu Tausenden sind sie gekommen, zur Residenz des maronitischen Patriarchen hoch über der Bucht von Beirut. Die Maroniten bilden die größte katholische Kirche im Libanon, aber an diesem Abend hat sich die ganze Vielfalt des Christentums im Nahen Osten versammelt: Chaldäer aus dem Irak, Melkiten aus Jordanien und auch Christen aus dem Nachbarland Syrien. Sie spricht der Papst direkt an: "Ich möchte euch sagen, wie ich euren Mut bewundere. Sagt in eurer Umgebung, dass der Papst an euren Leiden und eurer Trauer Anteil nimmt. In seinen Gebeten und in seiner Sorge vergisst er Syrien nicht. Er vergisst die leidenden Menschen im Nahen Osten nicht. Es ist Zeit, dass Muslime und Christen sich vereinen, um der Gewalt und den Kriegen ein Ende zu setzen."

Der dunkle Schatten der Gewalt liegt über diesem Treffen und der ganzen Reise des Papstes in den Nahen Osten. Es gibt praktisch keine Gelegenheit, bei der das nicht zur Sprache kommt. Eine junge Frau tritt auf die Bühne und verkündet die Hoffnung der Jugend im Nahen Osten: Frieden und eine Zukunft ohne Krieg. Und dann fügt sie noch hinzu, "dass wir in Zukunft eine aktive Rolle spielen können".

Geht es nicht genau darum beim arabischen Frühling? Doch der wird von den christlichen Würdenträgern in der Region mehr gefürchtet, als ersehnt. Sie sorgen sich um die Existenz ihrer Kirchen in Syrien, sollte Präsident Baschar al Assad dort nicht mehr das Sagen haben. Junge Christen im Libanon wie der 27-jährige Pierre setzen andere Prioritäten: "Jeder Mensch sollte das Recht und die Freiheit haben in einem Land zu leben ohne Diktatur, die Menschenrechte genießen. Wir alle wünschen uns Frieden und Veränderung in den Ländern, die unterdrückt sind."

Auch in dieser Forderung dürfen sich die jungen Christen vom Papst unterstützt wissen. In einer Grundsatzrede zum friedlichen Zusammenleben im Nahen Osten hat er gestern unmissverständlich deutlich gemacht, dass zum Aufbau einer Friedenskultur, Freiheit und Selbständigkeit unverzichtbar sind.

Papstbesuch setzt Zeichen gegen Gewalt und Hass im Nahen Osten
T. Kleinjung, ARD Rom zzt. Beirut
16.09.2012 05:44 Uhr

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Stand: 16.09.2012 09:34 Uhr

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