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Benedikt XVI. besucht Libanon

Papst-Reise weckt Hoffnung auf Beruhigung

Die Libanon-Reise des Papstes ist mit großen Hoffnungen verbunden. Er will für den Dialog und den Respekt für alle Gläubigen werben. Vielleicht kann er zu einer Beruhigung der Lage im Nahen Osten beitragen. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden für den Besuch des Pontifex nochmals verschärft.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Studio Rom

Selten ist der Besuch eines Papstes mit so vielen Hoffnungen und Erwartungen verbunden worden wie die derzeitige Nahost-Reise Benedikts XVI.: "Der Papst wird ein Ende der Gewalt in Syrien fordern", titelte die libanesische Tageszeitung "Daily Star". Der Papst bringe "eine neue Hoffnung für die arabische Welt", schreibt das Blatt "Al Mustakbal".

Als Benedikt XVI. am Mittag in Beirut aus dem Flugzeug stieg, war dem 85-Jährigen die Last der Verantwortung förmlich anzusehen. Leicht gebückt stieg er die Gangway hinunter und begrüßte den libanesischen Präsidenten Michel Suleiman. Er komme "symbolisch auch in alle Länder des Nahen Ostens als Pilger des Friedens, als Freund Gottes und als Freund aller Bewohner aller Länder der Region, welcher Herkunft und welchen Glaubens auch immer sie sind", sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

Benedikt XVI. als "Pilger des Friedens" im Libanon
T. Kleinjung, ARD Rom
14.09.2012 17:02 Uhr

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Papst würdigt Arabischen Frühling als "Schrei nach Freiheit"

Und das an einem Ort, der vom Krieg in Syrien nicht einmal 100 Kilometer entfernt ist. Bereits auf dem Flug von Rom nach Beirut verurteilte Benedikt vor mitreisenden Journalisten Waffenimporte nach Syrien als schwere Sünde. Und er würdigte ausdrücklich den Arabischen Frühling als berechtigten "Wunsch nach mehr Freiheit und Demokratie".

Dieser "Schrei nach Freiheit" komme von einer kulturell und beruflich gut gebildeten Jugend, die mehr Mitsprache im politischen und sozialen Leben wünscht. Das sei ein Fortschritt, eine gute Sache, die gerade von den Christen begrüßt wird, sagte der Pontifex.

Papst Benedikt XVI. für drei Tage im Libanon
tagesschau 17:00 Uhr, 14.09.2012, Michael Mandlik, ARD Vatikan

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"Vernunft muss über einseitige Leidenschaften siegen"

Die Proteste gegen den Anti Islam Film sind mittlerweile auch im Libanon angekommen. Im Norden des Landes, in der Stadt Tripoli, wurden zwei  Restaurants amerikanischer Fast-Food-Ketten verwüstet. Nach dem Freitagsgebet schrieen hunderte Demonstranten: "Wir wollen den Papst nicht!" Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei soll laut Medienberichten ein Demonstrant ums Leben gekommen sein.

Zu dem islamfeindlichen Video, das seit Tagen die muslimische Welt in Aufruhr versetzt, äußerte sich Benedikt nicht direkt. Sein Aufruf zur Mäßigung kann aber als Appell an Fundamentalisten bei Christen und Muslimen gehört werden. Es sei "notwendig, echte Mäßigung mit großer Weisheit zu üben. Und die Vernunft muss über einseitige Leidenschaften siegen, um das Gemeinwohl aller zu fördern."

Sicherheitsvorkehrungen für Papst-Besuch nochmals verschärft

Die Sicherheitsvorkehrungen für den Besuch des Papstes in der Hauptstadt Beirut wurden noch einmal verschärft. Vielleicht kann er, so die Hoffnung, zur Beruhigung der Lage beitragen. Er will ja - so heißt es im Vatikan - im Libanon für den Dialog und den Respekt für alle Gläubigen der verschiedenen Religionen werben. Pater Elia - Priester der maronitischen Kirche, der größten katholischen Gemeinschaft im Libanon – formuliert es drastisch: Der Papst soll den Menschen den Kopf waschen.

Stand: 14.09.2012 18:25 Uhr

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