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Abreise nach Castel Gandolfo
Der letzte Tag des Kirchenoberhauptes
Benedikts letzter Tag als Papst ist minutiös geplant: Abschied von Rom, Flug mit dem "Papa-kopter" nach Castel Gandolfo, Begrüßung durch die dortigen Geistlichen. Um 20 Uhr wird die Schweizergarde ihren Dienst einstellen - dann endet offiziell das Pontifikat Benedikt XVI.
Von Philipp Greiner, ARD-Hörfunkstudio Rom
Bis zu seinem Abflug wird Benedikt XVI. viele der Kardinäle empfangen, die sich wegen der Abschiedsfeierlichkeiten schon in Rom aufhalten oder sowieso hier arbeiten. Am Nachmittag hebt dann mehr als nur ein Hubschrauber vom Areal der Vatikanstadt ab. Dem "Papa-kopter" folgt in geringer Distanz ein fliegendes Kamerateam des Vatikanfernsehens.
Die katholische Anstalt, die nach den Worten ihres Leiters Viganò "nichts dem Zufall überlassen" will, sondern seit Tagen probt, stellt ihre Bilder Sendern auf der ganzen Welt zur Verfügung.
Weitere 18 Kameras hat Vatikan-TV strategisch positioniert, bis hin zum apostolischen Palast in Castel Gandolfo, wo Benedikt sein Übergangsquartier bezieht. Der endgültige Ruhesitz, dann wieder innerhalb der Vatikan-Mauern nahe dem rechten Tiberufer, wird noch hergerichtet.
Animation: Von der Vatikanstadt nach Castel Gandolfo
Ankunft um "etwa 17.15 Uhr"
Am Ort der päpstlichen Sommerresidenz, wo der Emeritus also ein paar Winterwochen verbringen wird, erwartet man seine Ankunft um etwa 17.15 Uhr, wie Papst-Sprecher Frederico Lombardi aus seinem detaillierten Planungsdokument vorgetragen hat: "Mit dabei ist Kardinal Bertello, Leiter des vatikanischen Governatorats. Zum Empfangskomitee am Hubschrauberlandeplatz gehören der Bischof von Albano, das ist die zuständige Diözese, Direktor Petrillo von der päpstlichen Villenverwaltung sowie der Bürgermeister und der Pfarrer von Castel Gandolfo."
Papst Benedikt XVI. nimmt Abschied - der letzte Tag im Amt
P. Greiner, BR zzt. Rom
27.02.2013 22:00 Uhr
Das Planungsdokument verzeichnet auch alles sonst Vorhersehbare des heutigen Tages und Abends: "Um 17.30 Uhr zeigt sich der Heilige Vater auf der Zentral-Loggia der Residenz und richtet einen Gruß an die Gläubigen des Bistums Albano." Das ist dann also das letzte öffentliche Handeln: diese Worte des Papstes Richtung Vorplatz.
"Nun weiß ich nicht, ob der Zeitplan perfekt eingehalten wird. Aber auf jeden Fall ist das heutige Nachmittagsgeschehen zwischen 17.00 und 18.00 Uhr zu erwarten", so Lombardi.
Schweizergarde stellt Dienst ein
Und auf die Frage, ob denn am Abend um 20.00 Uhr etwas Bestimmtes geschehe, sagte der Jesuitenpater und Presseamtsleiter Lombardi: "Da wird die Schweizergarde, die am Tor in Castel Gandolfo Wache steht, den Dienst einstellen. Denn die Schweizergarde steht in Diensten des Heiligen Vaters, und um 20.00 Uhr endet ja nun die Amtszeit des Heiligen Vaters als Papst."
Das ist ein bisschen schräg formuliert, aber auch bei einem gewieften Jesuiten wie Lombardi ist nachzuvollziehen, dass ihm die historische Situation Mühe bereitet.
Italienische Medien beeindruckt
Die italienischen Zeitungen zeigen sich beeindruckt von dem Benedikt, der gestern bei der Generalaudienz gesprochen hat: So leicht verständlich, so emotional, demutsvoll und warmherzig. Da und dort scheint ein Unterton mitzuklingen: So kann er also auch sein, der Theologieprofessor und Sachbuchautor.
Benedikt XVI. bereitet sich auf den Abschied vor
ARD-Morgenmagazin 05:30 Uhr, 28.02.2013, Eckhart Querner, ARD Rom
Der Abschied fällt mithin nicht nur Benedikts Landsleuten schwer. Das bestätigt Father Joseph Musco, 39-jähriger katholischer Geistlicher aus Tampa in Florida. Und das hat er auch auf das große Schild geschrieben, das er heute Nachmittag hochhalten will, wenn er Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo zu sehen hofft.
Da steht: "'Ein Lebewohl von uns allen!' Denn natürlich können viele Leute jetzt nicht hier sein. Da soll das Schild ihn wissen lassen, wie viele Menschen für ihn beten und auf seiner Seite sind."
Stand: 28.02.2013 03:43 Uhr
