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Nach Berichten über Verhalten in Militärdiktatur
Vatikan spricht von "Kampagne" gegen Franziskus
Mit ungewöhnlicher Schärfe hat der Vatikan Medienberichte über das Verhalten des neuen Papstes Franziskus in der Militärdiktatur (1976-1983) in Argentinien zurückgewiesen. Es handle sich um eine rufschädigende und verleumderische Kampagne, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi vor der internationalen Presse. Der damaligen Erzbischof Jorge Mario Bergoglio habe damals viel getan, um Menschen zu schützen.
Im Mittelpunkt der Kritik steht das Schicksal von zwei Priestern nach Beginn der Militärdiktatur im Jahr 1976. Bergoglio wird vorgeworfen, den beiden in einem Elendsviertel tätigen Geistlichen Orlando Yorio und Francisco Jalics die Unterstützung versagt zu haben. Die beiden Priester aus dem Umkreis der Befreiungstheologie wurden verschleppt und in einem Geheimgefängnis der Junta gefoltert.
Vatikan reagiert empfindlich auf Vorwürfe gegen neuen Papst
T. Kleinjung, ARD Rom
15.03.2013 17:51 Uhr
Jesuitenpater ist lange versöhnt
Bergoglio erklärte, er habe den Priestern geraten, um ihrer Sicherheit willen die Arbeit im Slum aufzugeben. Diese hätten das aber abgelehnt. Yorio warf Bergoglio später vor, sie den Todesschwadronen ausgeliefert zu haben, indem er ihnen eine öffentliche Unterstützung versagt habe. Yorio starb im Jahr 2000. Jalics erklärte, er habe Jahre nach der Entführung mit Bergoglio gesprochen und mit ihm zusammen eine Messe gefeiert. "Ich bin mit den Ereignissen im Reinen und betrachte die Sache als abgeschlossen", fügte Jalics hinzu.
Würdigung der Arbeit von Benedikt XVI.
In Rom würdigte Papst Franziskus unterdessen an seinem ersten Arbeitstag das Werk seines Vorgängers Benedikt XVI. Sein Glaube und seine Lehren hätten die katholische Kirche "bereichert und gestärkt" und würden für immer in ihr geistiges Erbe eingehen, sagte das neue Kirchenoberhaupt während einer Audienz. Dort kam er mit den Kardinälen zusammen, die ihn als Nachfolger Benedikts XVI. gewählt hatten.
Benedikt habe "eine Flamme in unseren Herzen entzündet, die weiterbrennen wird, weil sie von seinen Gebeten genährt wird, die die Kirche auf ihrem missionarischen Weg unterstützen werden", sagte Franziskus, der manchmal Reden aus dem Stegreif hält. Er kündigte an, seinen Vorgänger zu besuchen.
Als der 76 Jahre alte Franziskus den Mailänder Erzbischof Angelo Scola zu Beginn der Audienz begrüßte, stolperte er, kam aber gleich wieder zu Kräften. Er forderte die Kardinäle auf, ihre Weisheit mit Jüngeren zu teilen: "Lasst uns diese Weisheit an jüngere Menschen weitergeben wie guten Wein, der wird mit den Jahren besser."
Papst weist Vorwürfe wegen Nähe zur Militärdiktatur in Argentinien zurück
tagesschau 20:00 Uhr, 15.03.2013
Stand: 15.03.2013 17:35 Uhr
