Zum Abschluss seiner Lateinamerika-Reise spricht Papst Franziskus während seines Fluges nach Rom zu Journalisten. | Bildquelle: dpa

Umgang mit Missbrauch Papst entschuldigt sich für Wortwahl

Stand: 22.01.2018 17:19 Uhr

Die Verteidigung eines umstrittenen Bischofs hat Papst Franziskus in Chile viel Ärger eingebracht. Jetzt rudert er zurück - und entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Papst Franziskus hat sich auf dem Rückflug von Lima nach Rom für eine umstrittene Äußerung entschuldigt. Er hatte den chilenischen Bischof Juan Pablo Barros verteidigt, der von Missbrauchsopfern beschuldigt wird, einen katholischen Priester zu decken. Der Priester soll für viele Missbrauchsfälle verantwortlich sein. Franziskus hatte dazu im nordchilenischen Iquique gesagt: Es lägen keine Beweise gegen den Bischof vor, das sei alles Verleumdung.

Bischof Juan Pablo Barros | Bildquelle: REUTERS
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Der Papst hatte Vorwürfe, der chilenische Bischof Juan Barros habe einen pädophilen Priester geschützt, als Rufmord beschrieben.

Während der Pressekonferenz auf dem Rückflug sagte er nun, dass das Wort "Beweise" eine Ohrfeige für die Opfer sei. Viele könnten keine Beweise vorlegen für das, was ihnen angetan wurde. Er hätte stattdessen besser von Indizien sprechen sollen.

Öffentliche Kritik

Der Papst war in Chile heftig kritisiert worden. Zuletzt hatte auch der ehemalige Vorsitzende der päpstlichen Missbrauchskommission, US-Kardinal Sean O'Malley, den Papst öffentlich kritisiert. O'Malley gilt als einer der engsten Berater des Papstes.

Der Papst betonte, er wisse um das Leiden der Opfer und handle nach dem Motto Null Toleranz. Auch in Chile hatte sich Franziskus wieder mit Missbrauchsopfern durch katholische Geistliche getroffen.

Papst entschuldigt sich für Äußerungen
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
22.01.2018 17:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete BR Aktuell in der Rundschau am 22. Januar 2018 um 18:30 Uhr.

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