Papst Franziskus wird bei seiner Ankunft in Bangladesch von einer Ehrengarde begrüßt. | Bildquelle: dpa

Papst in Bangladesch Ein Wort hinterlässt eine große Lücke

Stand: 30.11.2017 16:22 Uhr

In Bangladesch spricht der Papst von dem Leid, das in den Flüchtlingscamps des Landes herrscht. Er bittet um Hilfe. Doch noch immer spricht er nicht direkt aus, um wen es geht: Um Hunderttausende Rohingya, die vor der Gewalt aus ihrer Heimat in Myanmar geflohen sind.

Papst Franziskus gilt eigentlich als "Brückenbauer", der für Versöhnung und Verständnis wirbt. Doch in einer der größten humanitären Krisen weltweit fehlen auf einmal die klaren Worte des katholischen Kirchenoberhauptes. Bereits beim Besuch in Myanmar kritisierte Franziskus die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Rohingya in dem Land nur indirekt und mahnte stattdessen die "Achtung jeder Volksgruppe und ihrer Identität" an. Und auch in Bangladesch vermied er es, die Gruppe der Rohingya beim Namen zu nennen.

Papst Franziskus in Bangladesch
tagesschau 17:00 Uhr, 30.11.2017

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Allein in den vergangenen drei Monaten flohen mehr als 620.000 Angehörige der Minderheit aus Angst vor der gewaltsamen Verfolgung durch das Militär aus Myanmar in das benachbarte Bangladesch. Die Vereinten Nationen sprachen sogar von "ethnischer Säuberung". Dort leben sie in Flüchtlingslagern, in denen teilweise nur die notdürftigste Versorgung gewährleistet ist.

Nur ein Blick aus dem Flugzeug auf die Flüchtlingslager

Auf seinem Weg in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka überflog Franziskus eines der größten Flüchtlingslager des Landes - Cox's Bazar. Die Regierung des Landes räumt selbst Sicherheitsrisiken und eine hohe Umweltbelastung in dem Lager ein, ist mit einer Lösung aber überlastet. Nach jetziger Planung will Bangladesch Flüchtlinge aus Cox's Bazar auf einer Insel im Golf von Bengalen unterbringen. Ab 2019 sollen dort Unterkünfte für rund 100.000 Flüchtlinge entstehen. Allerdings ist die Insel nahezu unbewohnbar und wird in der Monsunzeit regelmäßig überflutet. Besuchen wird der Pontifex keines der Flüchtlingslager, morgen soll er lediglich einige Angehörige der Rohingya treffen.

Ein wenig deutlicher wurde der Papst zumindest in seinem Appell, Bangladesch bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen. Das Land habe "großen Strömen von Flüchtlingen aus dem Staat Rakhine" Unterkunft geboten und müsse Hilfe erhalten. "Keiner von uns kann umhin, sich bewusst zu machen, wie ernst die Situation ist, wie groß die erforderlichen Kosten menschlicher Leiden sind und wie prekär die Lebensbedingungen so vieler unserer Brüder und Schwestern, hauptsächlich Frauen und Kinder, die sich in den Flüchtlingslagern drängen", sagte Franziskus in Dhaka. Das Wort Rohingya fiel aber auch bei dieser Rede kein einziges Mal.

Staatschef Hamid verurteilt "Gräueltaten" des Militärs

Die katholische Kirche hatte diese Zurückhaltung mit der Sorge begründet, die Gewalt in Myanmar könnte neu entfachen, sollte Franziskus klar zu der Verfolgung Stellung beziehen.

Ganz anders die Rede von Bangladeschs Staatspräsident Abdul Hamid. Die Rohingya hätten in seinem Land Schutz "vor den skrupellosen Gräueltaten der Armee in Myanmar" gesucht. Er rief nochmals dazu auf, diesen Menschen nun eine sichere Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen. In der vergangenen Woche schlossen Bangladesch und Myanmar ein Abkommen über die Rückführung der Rohingya.

Papst in Bangladesch: Klare Worte der Gastgeber zur Rohingyakrise
Jürgen Webermann, ARD Neu-Delhi zzt. Dhaka
30.11.2017 17:09 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 30. November 2017 tagesschau24 um 16:00 Uhr und NDR Info um 15:15 Uhr.

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