Papst Franziskus in der Al-Azhar-Universität mit Scheich Ahmed al-Tajjib | Bildquelle: AFP

Der Papst in Ägypten Ein Dialog mit Symbolcharakter

Stand: 28.04.2017 20:41 Uhr

Der Papst hat bei seinem Besuch in Ägypten den zuletzt gestörten Dialog mit islamischen Institutionen wieder aufgenommen. Er rief alle Religionen auf, Extremismus mit Friedfertigkeit und Toleranz zu überwinden.

Papst Franziskus mit Al-Sisi | Bildquelle: dpa
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Papst Franziskus lobte Al-Sisis Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben.

Papst Franziskus nimmt Ägypten im Kampf gegen religiösen Extremismus und Terror gegen Christen in die Pflicht. "Ägypten hat eine einzigartige Aufgabe: auch den Frieden in der Region zu stärken und zu festigen, selbst wenn es auf eigenem Boden durch blinde Gewalt verwundet wird", sagte er bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi und Regierungsvertretern zu Beginn seines Besuchs in Kairo.

Das Land müsse ein noch schlimmeres Abdriften in die Gewalt vermeiden, indem es schwerwiegende soziale Probleme und religiösen Extremismus angehe. Fundamentalismus missbrauche den Namen Gottes, um "unerhörte Blutbäder und unglaubliches Unrecht zu verüben", erklärte er unter Hinweis auf die jüngsten Attentate von Islamisten auf koptische Kirchen.

Ausdrücklich würdigte Franziskus die wiederholten Aufrufe Sisis zu Toleranz und einem friedlichen Zusammenleben. Ägypten müsse als Wiege der drei monotheistischen Religionen endlich aus der "langen Nacht des Leids" aufwachen.

Versöhnungsbesuch in sunnitischer Lehrstätte

In der tausendjährigen Al-Azhar-Universität, der wichtigsten theologischen Akademie des sunnitischen Islams, rief er Imame, Gelehrte und Theologiestudenten auf, Dialog und Versöhnung zu predigen und nicht Konflikte zu verschärfen.

Papst Franziskus feiert große Messe in Kairo
tagesschau 09:50 Uhr, 29.04.2017

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Franziskus nahm in seiner Rede die geistlichen Führer der Religionen in die Pflicht, gegen Gewaltexzesse im Namen Gottes aufzustehen. "Als Religionsführer sind wir aufgerufen, die Gewalt zu demaskieren, die sich hinter angeblicher Heiligkeit verbirgt", sagte er. "Lasst uns einmal mehr fest und klar Nein zu jeder Form von Gewalt, Rache und Hass sagen, die im Namen der Religion oder im Namen Gottes begangen wird."

Der Leiter der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tajjib, pflichtete dem Papst bei und erklärte: "Der Islam ist keine Religion des Terrorismus, weil eine Minderheit unter seinen Anhängern einige seiner Texte an sich gerissen hat", um Blut zu vergießen. Er dankte Franziskus ausdrücklich für seine "fairen" Aussagen zu Terrorvorwürfen gegen Muslime und den Islam.

Beziehungen nach Äußerungen Benedikts abgebrochen

Papst Franziskus in der Al-Azhar-Universität mit Scheich Ahmed al-Tajjib | Bildquelle: dpa
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Papst Franziskus und Scheich Ahmed al-Tajjib umarmten sich.

Der Papstbesuch in der Universität gilt als diplomatischer Durchbruch in den interreligiösen Beziehungen: Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. hatte nach einem Anschlag auf koptische Christen mit 20 Toten Ägypten zum besseren Schutz der Minderheit aufgefordert, worauf Al-Tajjib 2011 die Beziehungen zum Vatikan abgebrochen hatte. Franziskus setzte sich für eine Wiederaufnahme an und empfing den Großimam 2016 im Vatikan. Der Besuch festigte die Beziehungen; beide umarmten sich zur Begrüßung.

Der zweitägige Besuch des Papstes in Ägyptrn findet unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Dennoch bestand Franziskus darauf, in einem einfachen Fiat mit offenen Fenstern vom Kairoer Flughafen in die Millionenmetropole zu fahren und nicht in einem gepanzerten Papamobil.

Papstreise nach Kairo: Zeichen für Frieden zwischen den Religionen
J.-C. Kitzler, ARD Rom, zzt. Kairo
28.04.2017 21:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. April 2017 um 15:00 Uhr und um 20 Uhr.

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