Papst Franziskus | Bildquelle: AP

Abendgebet in Rom Papst ruft zu Hilfe junger Menschen auf

Stand: 31.12.2016 22:09 Uhr

Papst Franziskus hat Gläubige aufgerufen, jungen Menschen zu helfen, eine Bestimmung zu finden. Zwar werde die Jugend zum Idol erklärt, junge Menschen würden an den Rand gedrängt, sagte er bei seinem Abendgebet in Rom.

Papst Franziskus hat Gläubige zur Unterstützung von jungen Menschen aufgefordert. Diesen müsse geholfen werden, in der Welt eine Bestimmung zu finden, erklärte das katholische Kirchenoberhaupt beim traditionellen Abendgebet im Petersdom. Der Papst sprach von einem Paradox "einer Kultur, die Jugend idolisiert", aber keinen Platz für die Jungen geschaffen habe.

"Wir haben unsere jungen Menschen dazu verurteilt, keinen Platz in der Gesellschaft zu haben, weil wir sie langsam an den Rand des öffentlichen Lebens gedrängt haben", sagte Franziskus. Sie seien gezwungen worden, "zu migrieren oder um Jobs zu betteln, die nicht mehr länger existieren oder ihnen keine Zukunft versprechen".

Warnung vor seelischer Verwahrlosung

Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle warnte vor den Folgen der seelischen Verwahrlosung und Radikalisierung junger Menschen. Er forderte in seiner Silvesterpredigt im Hildesheimer Dom dazu auf, im kommenden Jahr besonders jene Menschen im Blick zu haben, die "in Vereinsamung und mörderischem Egoismus zu versinken drohen".

"Wir sehen uns konfrontiert mit einer seelischen Verwahrlosung, mit einer Obdachlosigkeit der Seele." Das Problem der Radikalisierung sei komplex. Es verböten sich einfache Antworten, sagte Trelle. Familie und Schule seien aber in jedem Fall wichtige Orte für eine gute Sozialisierung.

Trelle sagte, die deutsche Gesellschaft müsse sich fragen, warum es ihr nicht gelungen sei, radikalisierte Jugendliche zu integrieren, und wie sie es zulassen könne, dass sich junge Menschen in mörderische Abenteuer stürzen. Dabei gehe es nicht darum, die Verantwortung der Täter zu verharmlosen.

Aus Fremden Nachbarn machen

Der Osnabrücker katholische Bischof Franz-Josef Bode warnte in seiner Silvesterpredigt ebenfalls vor einem Schwarz-Weiß-Denken. Viele Menschen bemühten sich um die gute Integration von Flüchtlingen, "damit aus Fremden Nachbarn werden", sagte Bode im Osnabrücker Dom. "Angesichts der gefährlichen neuen Nationalismen in einem Europa, das zu zerbrechen droht, sind das lebensnotwendige Zeichen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Dezember 2016 um 21:00 Uhr

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