Daimler-Chef Zetsche übergibt dem Papst am 07.12.2012 im Vatikan das neue

Neues Papamobil für Benedikt XVI. Der Papst fährt weiter Benz

Stand: 08.12.2012 00:36 Uhr

Sicher, seniorengerecht - und "made in Germany": Der Papst fährt weiter Benz. Seit 1930 beliefern die Schwaben den päpstlichen Fuhrpark. Das neue vatikanische Vehikel aber hat es in sich. Der letzte Schrei: ein beleuchteter Innenhimmel. Beim Festgottesdienst heute in Rom soll das neue Papamobil erstmals zum Einsatz kommen.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Höchstgeschwindigkeit: 80 Kilometer pro Stunde, Getriebe: Automatik, Lackierung: diamantweiß. Dieses Auto ist ein echtes Unikat und kann eigentlich nur von einer Person genutzt werden: dem Papst. Das neue Papamobil von Mercedes Benz ist unverkäuflich - und vermutlich auch unbezahlbar.

Sicher, seniorengerecht, teuer: das neue Papamobil
T. Kleinjung, ARD Rom
07.12.2012 23:27 Uhr

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"Bitte haben Sie Verständnis, dass wir über die Details, wie wir das Fahrzeug überlassen, keine Aussagen machen. Aber es ist ein Projekt, an dem beide Seiten Spaß haben", versichert Mercedes-Vertriebschef Joachim Schmidt. Wenn es um finanzielle Details geht, wird Schmidt schmallippig. Aber "dass beide Seiten an dem Projekt Spaß haben", liegt daran, dass das Papamobil mit dem Mercedes-Stern auf dem Kühlergrill für die Marke einen unbezahlbaren Werbewert hat. Im Gegenzug bekommt Papst Benedikt XVI. sein maßgeschneidertes Auto vermutlich als Spende aus Stuttgart-Untertürkheim.

Das neue Papamobil (Bildquelle: dpa)
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Ein Unikat und unverkäuflich: das neue Papamobil

Chefentwickler Thomas Zeeb hat monatelang an dem mittlerweile dritten Mercedes-Papamobil gearbeitet. Es muss, wie seine Vorgänger, zwei Kriterien erfüllen: Der Papst muss sichtbar und sicher sein. Deshalb die dicken, kugelsicheren Scheiben, die man im Bedarfsfall herunter lassen kann, wenn der Papst bei der Fahrt durch die Menge zum Beispiel ein Baby segnen will. Zeeb erkärt weitere Details: "Hier gibt es ein Mikrofon, damit der Papst nach außen sprechen kann und die Umgebung hören kann. Die Scheiben sind sehr dicht, das Auto ist hermetisch akustisch abgeriegelt. Und dann haben wir die Thronbewegung hier und die Fensterheber."

Leichteres Einsteigen

Blick auf den Thron im neuen Papmobil (Bildquelle: dpa)
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Blick auf den Thron im neuen Papamobil - mit besticktem Wappen

Vieles ist neu an diesem Papamobil - und an die besonderen Bedürfnisse seines Nutzers angepasst. Nicht nur die Fensterheber, auch die so genannte Thronbewegung. Der Papstthron in der Glaskuppel lässt sich zur Seite fahren, das erleichtert dem Papst das Einsteigen.

"Unter Komfort verstehen wir auch die Möglichkeit komfortabel einzusteigen und komfortabel zu sitzen", erläutert Mercedes-Vertriebschef Schmidt. "Das heißt, der Innenraumbereich ist größer geworden. Der Sitz ist verschiebbar, so dass der Zugang in die Kuppel leichter ist als beim Vorgänger."

Solarzelle auf dem Dach

Schließlich ist es auch ein Auto für einen 85-Jährigen, der sichtbar Probleme beim Gehen hat. Wenn Benedikt XVI. nun in sein neues Papamobil steigt, dann fährt ganz elegant und leise ein kleines Treppchen aus. Überhaupt ist dieses Modell deutlich schicker als seine kastenartigen Vorgänger. Der letzte Schrei: Die Decke in der Kuppel lässt sich sogar illuminieren, in vier verschiedenen Farbnuancen. Und bevor jemand schreit, was das für eine Verschwendung sei: Den Strom für Klima und Licht holt sich das Fahrzeug aus einer Solarzelle im Dach.

"Contentissimo"

Den ersten Praxistest hat das neue Papamobil bereits bestanden. Papstchauffeur Pietro Cicchetti ist den Wagen natürlich Probe gefahren. Sein Urteil: "Contentissimo", also "sehr zufrieden". Der Mann muss es wissen. Er fährt seit Jahrzehnten die Päpste von A nach B und hat bei aller Begeisterung über technische Innovationen und extravagante Details den eigentlichen Grund für die Existenz des Papamobils nicht aus den Augen verloren. "Es geht doch um das Auto und darum, dass der Heilige Vater auf seinen Missionen für die Kirche gut transportiert wird. Und dies ist ein Auto, das uns dabei sehr nützlich ist. Darum geht es doch."

Dieser Beitrag lief am 8. Dezember 2012 um 05:22 Uhr im Deutschlandfunk.

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