Hilfskräfte am Ort der Massenpanik in Mumbai | Bildquelle: AFP

Mumbai in Indien Viele Tote bei Massenpanik an Bahnhof

Stand: 29.09.2017 11:44 Uhr

An einem Bahnhof im indischen Mumbai ist es zu einer Massenpanik gekommen: Fußgänger drängelten sich am Ausgang einer überfüllten Brücke, fielen zu Boden und wurden niedergetrampelt. Mindestens 22 Menschen starben.

In der indischen Millionenmetropole Mumbai sind bei einer Massenpanik an einem Bahnhof mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Es gab außerdem 32 Verletzte, wie die Regierung mitteilte. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Das schwere Unglück ereignete sich nach Angaben der Polizei während des morgendlichen Berufsverkehrs auf einer völlig überfüllten Überführung, die die Stationen Elphinstone und Parel verbindet. Zahlreiche Menschen waren bei heftigem Regen am Fuße einer Treppe der überdachten Brücke stehengeblieben. Zugleich kamen viele Passagiere aus ankommenden Zügen von hinten nach, wie die Polizei mitteilte.

Wegen Gerüchten, die überfüllte Brücke stürze ein, kam es dann zur Panik. Dabei fielen Menschen zu Boden und wurden niedergetrampelt. Auf im Fernsehen übertragenen Handy-Videos war zu sehen, wie Menschen auf der Treppe eingequetscht waren und aufeinander lagen. Andere hingen außen am Geländer. Schreie waren zu hören, als sich die Menge zu bewegen begann und manche Menschen über andere hinweg hinunter liefen.

Kritik an den Behörden

In den sozialen Netzwerken kritisierten zahlreiche Inder umgehend die Behörden, die ihrer Ansicht nach nicht genügend zur Vermeidung solcher Unglücke tun. Der Gesundheitsminister des Bundesstaates Maharashtra gab an, es habe in der Vergangenheit Beschwerden gegeben, weil die Überführung nicht genug Platz für die vielen Pendler biete.

Zu tödlicher Massenpanik kommt es in Indien häufig während religiöser Feste, wenn sich große Menschenmengen auf kleinem Raum versammeln. Zuletzt waren im August bei einer Panik vor einem hinduistischen Tempel im Osten Indiens mindestens elf Menschen getötet worden. Im Juli kamen im Süden des Landes am Ufer eines heiligen Flusses mindestens 27 Pilger ums Leben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. September 2017 um 10:43 Uhr.

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