Ramon Fonseca | Bildquelle: REUTERS

"PanamaPapers" Durchsuchungen bei Mossack Fonseca

Stand: 10.02.2017 11:02 Uhr

Die umstrittene Off-Shore Kanzlei Mossack Fonseca ist in Panama durchsucht worden. Medienberichten zufolge wurden die beiden Eigentümer festgenommen. Den Anwälten wird vorgeworfen, in den größten Korruptionsskandal Lateinamerikas verwickelt zu sein.

In Panama-City ist die Kanzlei Mossack Fonseca durchsucht worden. Die Firma steht im Mittelpunkt der Enthüllungen um die "PanamaPapers", die 2016 weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatten. Die Ermittler suchen mögliche Verbindungen zum brasilianischen Baukonzern Odebrecht, dem im sogenannten Lava-Jato-Skandal Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe vorgeworfen werden.

Laut "Süddeutscher Zeitung" wurden die Eigentümer der Kanzlei, der Deutsche Jürgen Rolf Dieter Mossack und Ramon Fonseca Mora, festgenommen. Mossack Fonseca sei eine "kriminelle Organisation", erklärte die zuständige Generalstaatsanwältin Kenia Porcell in Panama-City.

Die Operation Lava Jato - auf deutsch Autowäsche oder Operation Hochdruckreiniger - ist ein milliardenschwerer Korruptionsskandal in Brasilien, in dem seit 2014 ermittelt wird. Im Mittelpunkt steht der Baukonzern Odebrecht. Dieser soll jahrelang Politiker und Funktionäre geschmiert haben, um öffentliche Aufträge zu erhalten.

Hilfe beim Verstecken von Schmiergeldern

Die Anwälte Mossak und Fonseca sollen dabei geholfen haben, Geld zweifelhafter Herkunft zu verstecken. Am Donnerstag hatte Fonseca dem panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela vorgeworfen, Geld von Odebrecht erhalten zu haben. Gegen den Ex-Präsideten von Peru, Alejandro Toledo, wurde in der vergangenen Nacht internationaler Haftbefehl erlassen. Auch er soll Schmiergelder von Odebrecht erhalten haben.

Im vergangenen Jahr hatten die Enthüllungen der "PanamaPapers" gezeigt, dass die Kanzlei Mossack Fonseca nicht nur Premierministern und Diktatoren geholfen hat, Geld zu verstecken. Auch Drogenkartelle, Mafia-Clans, Betrüger, Waffendealer und Regime wie Nordkorea oder Syrien hatten die Dienste der Firma genutzt, um ihr Geld in Briefkastenfirmen zu verstecken. NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" hatten zudem aufgedeckt, dass auch 14 deutsche Banken über Jahre hinweg mit Mossack Fonseca Geschäfte gemacht haben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Februar 2017 um 11:40 Uhr.

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