Ein Demonstrant hinter einer chinesischen Flagge.

Berichte über "PanamaPapers" in China Viel Arbeit für die Zensurbehörden

Stand: 26.05.2017 11:18 Uhr

Die meisten Kunden der "Mossack Fonseca" sind Chinesen, die Kanzlei unterhält acht Büros in China und Hongkong - und damit mehr als in jedem anderen Land. Auch die politische Führung in Peking ist offenbar betroffen. Ein Sprecher des Außenministeriums behauptet hingegen, die Berichte seien gegenstandslos.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Die chinesischen Zensurbehörden arbeiten auf Hochtouren. Unter dem Suchbegriff oder Hashtag "PanamaPapers" gibt es im chinesischen Internet vor allem eins: Fehlermeldungen. Ob in den sozialen Netzwerken "WeChat" oder "Sina Weibo" oder ob in der wichtigsten Suchmaschine "Baidu": Die Suche nach "PanamaPapers" wird geblockt, Diskussionsbeiträge dazu werden gelöscht.

Es ist das china-typische Katz-und-Maus-Spiel: Chinesische Blogger fotografieren ihre Beiträge zum Thema "PanamaPapers" ab und stellen sie als Bild in die sozialen Netzwerke. Die Bilder werden von den Zensurmaschinen nicht automatisch erkannt. Die chinesischen Staatsmedien berichten bislang gar nicht über die "PanamaPapers" oder ohne jeglichen China-Bezug. Internationale Nachrichtensender wie BBC oder CNN werden bei entsprechenden Beiträgen zensiert; der Fernseh-Bildschirm wird schwarz.

Politische Führung nervös

Chinas Präsident Xi Jinping
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Chinas Präsident Xi Jinping

Die Reaktion zeigt, dass die politische Führung in Peking nervös ist: Familienmitglieder von allein acht derzeitigen und ehemaligen Mitgliedern im Ständigen Ausschuss des Politbüros, dem mächtigsten Gremium der Volksrepublik, sollen in den Dokumenten vorkommen. Unter anderem der Schwager von Präsident Xi Jinping, Deng Jiagui, und Familienangehörige der Spitzenpolitiker Zhang Gaoli und Liu Yunshan.

Bereits 2012 und 2014 gab es Berichte über die Geschäfte von Chinas Elite in Steueroasen. Ausländische Webseiten wie "New York Times" und "Bloomberg" sind seitdem blockiert, ebenso die Internetseite des Norddeutschen Rundfunks ndr.de.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. April 2016 um 07:41 Uhr

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