Logo der Kanzlei Mossack Fonseca

Reaktionen aus Panama "Mossack Fonseca" klagt wegen Datendiebstahls

Stand: 06.04.2016 10:51 Uhr

Nach den Enthüllungen durch die "PanamaPapers" wehrt sich "Mossack Fonseca". Die Kanzlei hat Klage wegen Datendiebstahls eingereicht. Auch der Vize-Außenminister Panamas verteidigt sich gegen Kritik. Unternehmensgesetze seien in seinem Land nicht "grundsätzlich anders".

Die panamaische Kanzlei im Zentrum des Skandals um dubiose Offshore-Finanzgeschäfte sieht sich als Opfer einer aus dem Ausland gesteuerten Hackerattacke. Daher habe die Firma bei der Staatsanwaltschaft eine Klage wegen Datendiebstahls eingereicht, teilte der Mitgründer von "Mossack Fonseca", Ramon Fonseca, mit. Seine Kanzlei habe Beweise, dass der Hackerangriff von Europa aus ausgeführt worden sei. Mehr könne er aber nicht sagen, weil in dem Fall bereits ermittelt werde, sagte er der Nachrichtenagentur AP weiter.

Am Sonntagabend hatte das internationale Recherchenetzwerk ICIJ, dem auch der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" angehören, über ein Datenleck von 11,5 Millionen vertraulichen Dokumenten aus der Kanzlei berichtet.

Panama wehrt sich gegen Kritik

In den Fokus ist durch den Skandal auch das Land Panama geraten. OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría erklärte am Montag, Panama sei "die letzte große Bastion" für Steuerflüchtlinge. Vizeaußenminister Luis Miguel Hincapié wehrt sich nun gegen diese Kritik und bezeichnete sie in einem Brief an Gurría als "unfair und diskriminierend". Die "Unrichtigkeit" der Vorwürfe Gurrías sei "leicht" zu beweisen. Er verwies darauf, dass die Unternehmensgesetze in Panama nicht "grundsätzlich anders" seien als in anderen Ländern. Zudem befinde sich die Hälfte der Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungfraueninseln, die britischer Rechtsprechung unterlägen.

Am Dienstag legte Gurría nach einem Treffen mit den Vorsitzenden internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen in Berlin, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnahm, noch einmal nach und sagte, der Skandal biete die Möglichkeit, "Druck auszuüben auf Panama, damit sich Panama den anderen Staaten der Welt anschließt und auf dem Weg der Transparenz Fortschritte macht". Das mittelamerikanische Land hinke im internationalen Vergleich "sehr weit hinterher". Unter anderem weigere sich Panama, dem automatischen Informationsaustausch beizutreten, an dem sich im kommenden Jahr mehr als 90 Länder beteiligen wollen.

Bankenverband für Transparenzregister

Der Bundesverband der deutschen Banken (BdB) unterstützt nach den Enthüllungen die Regierungspläne zum Aufbau eines Firmen-Transparenzregisters. Sein Verband habe schon länger gesagt, dass es gut wäre, solch ein Register zu führen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Michael Kemmer, im Deutschlandfunk. Es müsse insbesondere gegenüber Steuerbehörden offengelegt werden, wer hinter Firmen stehe. Dass nun auch die Bankenaufsicht sich als Folge der sogenannten "Panama Papers" die Rolle der deutschen Banken in diesem Komplex anschaue, mache ihm keine Sorgen. Er könne sich nicht vorstellen, dass dabei irgendwelche schlimmen Dinge zutage kommen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. April 2016 um 09:00 Uhr.

Darstellung: