Panamas Präsident Juan Carlos Varela

Transparenzinitiative nach "PanamaPapers" Panama will eigene Finanzpraktiken untersuchen lassen

Stand: 07.04.2016 06:42 Uhr

Nach den Enthüllungen über Scheinfirmen in Panama hat die dortige Regierung zugesagt, für mehr Transparenz in der Finanzbranche zu sorgen. Experten aus verschiedenen Ländern sollten die Finanzindustrie untersuchen, kündigte Präsident Varela an.

Panama will die in Verruf gekommenen Finanzpraktiken im Land von einer unabhängigen Kommission untersuchen lassen. In dem Gremium würden einheimische und ausländische Experten sitzen, sagte Präsident Juan Carlos Varela in einer Fernsehansprache. Namen nannte er nicht.

Das Gremium soll Empfehlungen abgeben, inwieweit die Transparenz in dem durch die "PanamaPapers" in Verruf gebrachten Mittelamerikastaat erhöht werden kann. Die Erkenntnisse des Komitees sollten mit anderen Nationen geteilt werden, sodass in Finanzzentren in aller Welt Klarheit herrsche, sagte Varela. Die Ankündigung ist eine Reaktion auf die sogenannten "PanamaPapers".

Vertrauen wiederherstellen

Varela versucht, das Vertrauen in die Finanzindustrie seines Landes wiederherstellen. Ein riesiges Datenleck bei einer in Panama ansässigen Anwaltskanzlei hatte zu Enthüllungen über Briefkastenfirmen geführt, die weltweit Prominente, Mächtige und Reiche in Bedrängnis gebracht haben. Varela hat das Leak als einen "Medienangriff" wohlhabender Staaten bezeichnet, die seiner Ansicht nach ihre eigenen Mängel ignorieren und Panama ungerecht stigmatisieren.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. April 2016 um 23:35 Uhr.

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