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Nahost

Nach UN-Votum zu Beobachterstaat

Palästinenser jubeln - Israel wiegelt ab

Das UN-Votum zur Aufwertung der Palästinenser trifft bei den Konfliktparteien in Nahost auf unterschiedliches Echo. Während die israelische Regierung die Abstimmung herunterspielt, hoffen die Palästinenser auf einen eigenen Staat - und auf die Aussöhnung zwischen Hamas und Fatah.

Von Clemens Verenkotte, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Ramallah am Morgen nach der UN-Abstimmung: Auf dem Manara-Platz im Zentrum der Stadt gehen Passanten an den Zeitungsständen vorbei. Alle palästinensischen Blätter zeigen auf ihren Titelseiten die Fotos aus New York, von Machmud Abbas, wie er die Gratulationen entgegennimmt. Auf frisch gedruckten Plakaten ist die Aufschrift zu lesen: "Das ist illegal besetztes Land."

In Ramallah verfolgten die Menschen auf Großbildleinwänden die Rede Abbas' vor der UN-Vollversammlung.
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In Ramallah verfolgten die Menschen auf Großbildleinwänden die Rede Abbas' vor der UN-Vollversammlung.

Befragt nach ihren Gefühlen gibt Umm Khaled, eine ältere Frau mit Kopftuch, zurück: "Das ist ein sehr schönes Gefühl, dass es Hoffnung gibt, dass unsere Kinder aufwachsen und eine Nation vorfinden werden, die unabhängig ist und ein bisschen was zu sagen hat. Es ist schwierig, dieses Gefühl zu beschreiben."

Jetzt müsse es zur Aussöhnung zwischen Hamas und Fatah kommen, hofft ein Mann in Gaza-Stadt. Denn der Erfolg von Abbas in New York verleihe dazu neuen Auftrieb: "Das macht uns stolz. Das ist eine gute Sache, eine große Errungenschaft. Gott sei Dank haben alle Gruppierungen das begrüßt, einschließlich Hamas, Islamischem Dschihad und PFLP. Das ist insgesamt eine Errungenschaft für das gesamte palästinensische Volk."

Einer der engeren Vertrauten von Palästinenser-Präsident Abbas, Dschibril Radschoub, sagte am Morgen gegenüber dem israelischen Rundfunk, das Abstimmungsergebnis müsse Israel zu denken geben: "Euer Staat ist isoliert. Und die Abstimmung beweist, dass ihr wirklich die richtigen Lehren daraus ziehen müsst. Ich hoffe, dass ihr der erste Staat seid, der die Existenz des palästinensischen Staates anerkennt, als Bedingung dafür, dass ihr in Ruhe und Frieden lebt." - Radschoub war lange Jahre Chef der palästinensischen Sicherheitsdienste im Westjordanland.

Reaktionen auf das UN-Votum
C. Verenkotte, ARD Tel Aviv
30.11.2012 12:01 Uhr

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"Es gibt nur einen Staat, der entscheidet: Israel"

Das gestrige UN-Votum sei bedeutungslos und ändere an der Situation vor Ort nichts, betonte am Morgen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Er wiederholte nach Angaben des israelischen Rundfunks seinen Standpunkt, demzufolge ein palästinensischer Staat nicht entstehen werde ohne ein Abkommen, das die Sicherheit der Bürger Israels garantiere. Außenminister Avigdor Lieberman charakterisierte die Ansprache von Palästinenser-Präsident Abbas vor der UN-Generalversammlung als die eines "Feindes, der keine Absicht oder kein Interesse am Frieden hat."

Netanjahus Stellvertreter, Vize-Regierungschef Silvan Schalom vom Likud, erklärte im israelischen Radio, entscheidend sei nur, was Israel tue: "Alle Achtung für die mehr als 130 Staaten, die dafür gestimmt haben. Aber es gibt nur einen Staat, der in dieser Sache was zu sagen hat. Und das ist der Staat Israel. Und deshalb müssen die Palästinenser mit uns sprechen statt nur mit der internationalen Gemeinschaft."

Palästinenser feiern Anerkennung als Beobachterstaat
tagesschau 12:00 Uhr, 30.11.2012, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Einige Kommentatoren der israelischen Tageszeitungen deuten die Tatsache, dass mit Ausnahme der Tschechischen Republik kein europäischer Staat gegen den UN-Antrag der Palästinenser gestimmt hat, hingegen als Indiz dafür, dass die Geduld der Europäischen Union für die Fortsetzung der israelischen Besatzungs- und Siedlungspolitik am Ende sei. Shelly Yachimovich, die Vorsitzende der oppositionellen Arbeitspartei, sprach von einer schlimmen diplomatischen Niederlage Israels. Dies sei das direkte Ergebnis des politischen Stillstandes zwischen Israels Regierung und Palästinenser-Präsident Abbas.

Stand: 30.11.2012 13:00 Uhr

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