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10.02.2012

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Ausland
Überflutete Häuser in Amri
Pakistan nimmt Hilfe vom ungeliebten Nachbarn an
Überschwemmungen in Pakistan

Pakistan nimmt Hilfe vom ungeliebten Nachbarn an

Die pakistanische Regierung hat nach tagelangem Zögern ein indisches Hilfsangebot für die Opfer der Jahrhundertflut angenommen. Der Nachbarstaat stellt fünf Millionen Dollar zur Verfügung. "Das Geld ist hoch willkommen und wir erkennen das an", sagte Pakistans Außenminister Schah Machmud Qureshi dem indischen Fernsehsender NDTV. Das indische Außenministerium habe die pakistanische Entscheidung begrüßt, berichtete die Nachrichtenagentur PTI. Das Land sei bereit, noch mehr zu helfen.

Inmitten der Katastrophe, unter der 20 Millionen Menschen leiden, gilt die Hilfe als ein Zeichen des guten Willens und der Annäherung zwischen zwei Staaten, die sich wegen des Kaschmir-Konflikts seit 1947 zu Atomwaffenstaaten hochrüsteten und zwei Kriege gegeneinander führten. Indien hatte bereits nach dem schweren Erdbeben 2006 Pakistan Hilfe geleistet, bei dem mehr als 70.000 Menschen ums Leben kamen.

NATO plant offenbar Luftbrücke

Hilfe für die Flutopfer könnte auch von der NATO kommen: Wie der deutsche NATO-General Egon Ramms auf NDR Info sagte, plant das Bündnis eine Luftbrücke für Pakistan. So könnten innerhalb einer Woche bis zu 500 Tonnen Hilfsgüter von Europa nach Pakistan gebracht werden. Ramms zufolge soll auf einem pakistanischen Flugplatz ein "Luftumschlagspunkt oder Empfangspunkt" für die Güter eingerichtet werden. "Wir wollen die Hilfsgüter in das Land hineinbringen, wollen dann aber die weitere Verteilung der pakistanischen Regierung und dem pakistanischem Militär überlassen", sagte der Vier-Sterne-General. Seit Sonntag sei bereits ein Erkundungsteam der NATO in den Katastrophengebieten unterwegs, um gemeinsam mit einheimischen Kräften klären, wo und inwieweit die NATO Hilfe leisten könne.

Die Not in Pakistan war auch Thema einer UN-Vollversammlung gestern in New York. Mehrere Staaten kündigten eine Aufstockung ihrer Hilfen an. Die USA wollen ihre Soforthilfe von 90 auf 150 Millionen Dollar erhöhen. Für die EU sagte der belgische Außenminister Steven Vanackere, die Hilfsgelder würden von 110 Millionen auf 140 Millionen Dollar (rund 110 Millionen Euro) erhöht. Großbritannien verdoppelte seinen Beitrag auf 64 Millionen Pfund (fast 78 Millionen Euro). Die Bundesregierung hatte gestern bekannt gegeben, ihre humanitäre Soforthilfe um weitere zehn Millionen auf insgesamt 25 Millionen Euro zu erhöhen.

Ban: "Tsunami in Zeitlupe"

Zelte des UN-Flüchtlingshilfswerks für die pakistanischen Flutopfer (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das UN-Flüchtlingshilfswerk bringt die Flutopfer in Zelten unter. ]
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zu Beginn der Beratungen in New York erneut zu schnellerer Hilfe für die Flutopfer in Pakistan aufgerufen. Die Katastrophe sei ein "wichtiger Prüfstein für die internationale Solidarität", sagte er. Ban verglich die Überschwemmungen mit einem "Tsunami in Zeitlupe", dessen "Kraft der Zerstörung sich mit der Zeit verstärkt". Er würdigte, dass bereits die Hälfte der von den Vereinten Nationen erbetenen 460 Millionen Dollar an Hilfen bewilligt worden sein, forderte aber noch mehr Einsatz. "Wir brauchen die ganze Summe und wir brauchen sie jetzt", sagte er vor den Vertretern der 192 UN-Mitgliedsländer.

Der pakistanische Außenminister warnte vor einem Versagen bei der Hilfe für sein Land. "Wir dürfen nicht erlauben, dass Terroristen von dieser Katastrophe profitieren", mahnte er. Pakistan sei durch die Katastrophe ein Schaden von 43 Milliarden Dollar (rund 33 Milliarden Euro) entstanden.

Stand: 20.08.2010 14:11 Uhr
 

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