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Knapp ein Jahr nach Entführung
Erstes Lebenszeichen von deutscher Geisel in Pakistan
Fast ein Jahr nach der Entführung eines deutschen Entwicklungshelfers in Pakistan ist kurz vor Weihnachten erstmals ein Lebenszeichen der Geisel aufgetaucht. In dem 52 Sekunden langen Video bittet der Mann, sein Leben und das seines ebenfalls entführten italienischen Kollegen zu retten.
Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Neu-Delhi
Nach Angaben des Sprechers des pakistanischen Außenministeriums sind die zuständigen Behörden mit ihren deutschen Kollegen in Kontakt. Das Video ist das erste Lebenszeichen seit elf Monaten. Wie und wo es entstanden ist, bleibt unklar. Es ist in einem Raum vor einer Wand aufgenommen worden. Die Geisel sitzt.
Der private pakistanische Fernsehsender Dunya TV hat das Video ausgestrahlt, das keine Minute lang ist. Darin spricht der entführte Deutsche Englisch. Er gibt sein Alter mit 59 Jahren an und sagt, dass er bis zu seiner Entführung für die Welthungerhilfe in Pakistan tätig war. Der Mann fleht in dem kurzen Video um sein Leben und bittet die Bundesregierung darum, die Forderungen seiner Entführer zu erfüllen. Im Video nennt er sie "Mudschahedin", was so viel heißt wie Kämpfer für Gott und den Koran.
Video mit deutscher Geisel in Pakistan veröffentlicht
S. Petersmann, ARD Neu-Delhi
22.12.2012 16:40 Uhr
Pakistanische und internationale Medien hatten nach der Entführung darüber berichtet, dass die Kidnapper zu den pakistanischen Taliban gehören und Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida haben. Sie sollen Lösegeld und die Freilassung mehrerer Häftlinge verlangen.
Wo ist der Italiener?
In dem Geiselvideo spricht das deutsche Opfer in der Wir-Form, aber der mit ihm entführte italienische Staatsbürger ist im Video nicht zu sehen. Die beiden Männer waren am 19. Januar von unbekannten Bewaffneten zusammen aus ihrem Haus in der Stadt Multan im Osten Pakistans verschleppt worden. Nach unbestätigten Angaben haben beide für die deutsche Welthungerhilfe gearbeitet und den Opfern der Flutkatastrophe von 2010 geholfen.
Neben den beiden ist derzeit noch ein US-Amerikaner in den Händen radikaler Islamisten aus Pakistan. Der 71-Jährige war ebenfalls als Entwicklungsexperte tätig. Zu seiner Entführung im August 2011 bekannte sich Al Kaida-Führer Aiman al Zawahiri in einer Botschaft. Er forderte ein Ende des Afghanistankriegs und der Drohnenangriffe in Pakistan. In diesem Frühjahr veröffentlichte Al Kaida eine Videobotschaft der US-Geisel.
Stand: 22.12.2012 17:04 Uhr
