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[Bildunterschrift: Delegation der Islamisten bei den Verhandlungen mit der Provinzregierung in Peschawar ]
Pakistan führt im umkämpften Swat-Tal das islamische Scharia-Recht ein. Die nordwestliche Provinzregierung teilte in Peschawar mit, ein entsprechendes Abkommen mit radikalen Islamisten geschlossen zu haben. Die Vereinbarung gilt demnach für den Bezirk Malakand, in dem auch das Swat-Tal liegt. "Das Recht wird künftig gemäß der Scharia gesprochen", sagte der Informationsminister der Region, Mian Iftikhar Hussain. "Alle Gesetze, die gegen die Scharia verstoßen, werden abgeschafft."
Das Swat-Tal war einst ein beliebtes Erholungsziel für pakistanische Stadtbewohner, dort befindet sich das einzige Skigebiet des Landes. Einheimische nennen die Gegend im Hindukusch-Massiv wegen ihrer rauhen Schönheit "Pakistanische Schweiz".
[Bildunterschrift: Gilt als Rückzugsgebiet für Taliban-Kämpfer - das Swat-Tal ]
Im Herbst 2007 übernahmen Islamisten um den Geistlichen Maulana Fazlullah die Kontrolle über den Landstrich. Fazlullah, der enge Verbindungen zu den pakistanischen Taliban unterhält, wollte die Einführung der Scharia in der Region durchsetzen. Schulen für Mädchen wurden zerstört, zehntausende Bewohner vertrieben. Die Regierung geht davon aus, dass sich in der Region Ausbildungslager für Extremisten befinden, die auch in Afghanistan und Indien eingesetzt werden.
Eine im vergangenen Sommer gestartete Offensive der pakistanische Armee im Swat-Tal blieb ohne durchschlagenden Erfolg. Am Sonntag hatte ein Sprecher Fazlullahs als "Geste des guten Willens" einen zehntägigen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen. Sollte die Scharia angewendet werden, könnte dies zu einer dauerhaften Waffenruhe führen, sagte er.
Die USA, die NATO und Afghanistan hatten in der Vergangenheit ähnliche Abkommen pakistanischer Regierungsstellen mit radikalen Islamisten scharf kritisiert, weil sie einen wachsenden Einfluss der Taliban fürchten.
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