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Gewaltsame Proteste in Pakistan

Umstrittener Geistlicher ruft zur Revolution auf

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad haben Tausende Menschen gegen die Regierung protestiert. Bei heftigen Auseinandersetzungen setzte die Polizei Tränengas ein. Die Demonstranten folgten dem Aufruf des muslimischen Geistlichen Kadri, der die Auflösung des Parlaments fordert.

Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Es sind Tausende Anhänger, die Tahirul Kadri auf seinem mehr als 24 Stunden währenden Marsch aus der Stadt Lahore nach Islamabad begleiteten. Und sie haben vor allem einen Ruf auf den Lippen: "We want change" ("Wir wollen den Wandel").

Tahirul Kadri verspricht Ende des Terrors in Pakistan
K. Küstner, ARD Neu Delhi
15.01.2013 08:21 Uhr

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Es dürfte die schiere Verzweiflung sein, die viele Pakistanis gegen die Regierung aufbringt: beständiger Terror, die Wirtschaft am Boden, Preis-Steigerungen, Stromausfälle, Gas-Knappheit. Das alles bedrückt die Menschen. Und die Liste ließe sich fortsetzen.

"Hier bei uns in Pakistan herrscht das Gesetz des Dschungels. Wir wollen diese unfähigen Politiker aus dem Amt jagen und sie ersetzen durch fähige, talentierte und patriotische Menschen, die sich auch um den Fortschirtt des Landes kümmern", sagt eine Studentin.

Die allgemeine Unzufriedenheit dürfte der Grund dafür sein, dass sich nun Tausende hinter einem Mann versammeln, der erst im Dezember aus Kanada ins Land zurückkehrte. Der nun aber verspricht, alles anders machen zu wollen. Er heißt Muhammed Tahirul Kadri und ist alles Mögliche - vor allem aber ein Prediger.

Tausende Menschen protestieren gegen Regierung in Islamabad
tagesschau 08:00 Uhr, 15.01.2013

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Er trifft den Nerv vieler Pakistani

In seinem typischen Rede-Stil fordert Kadri nichts weniger als den Rücktritt der gewählten Regierung. Den Terror im Land werde er beenden, verspricht er den Menschen, und die weit verbreitete Korruption auch.

Auch wenn das durchaus ehrgeizige Vorhaben sind, trifft er bei den Menschen einen Nerv. "Wenn die Situation zu unerträglich wird, dann weckt Allah schlafende Menschen wie uns auf", sagt eine Protestierende.

Eine umstrittene Figur

Der vermeintliche Heilsbringer Kadri ist eine umstrittene Figur. Warum, so fragen sich viele, will er die Regierung jetzt stürzen, wo ohnehin in wenigen Monaten Wahlen stattfinden werden?

Auch gibt es Gerüchte, der Mann habe die Unterstützung des Militärs - und den Auftrag, die demokratische Kultur des Landes zu beschädigen. Erstmals nämlich in der Geschichte Pakistans könnte es passieren, dass eine demokratische gewählte Regierung von einer demokratisch gewählten Regierung abgelöst wird - und nicht vom Militär. Das kann nicht wirklich im Interesse der Armee sein.

Unbestritten jedoch ist: Die Unzufriedenheit im Land ist groß und daher auch der Zuspruch zu dem Prediger Kadri.

Tahirul Kadri
galerie

Der 61-jährige Kadri verbrachte viele Jahre in Kanada, bevor er im Dezember überraschend nach Pakistan zurückkam. Er verspricht den Menschen ein Ende des Terrors und der Korruption. Dafür verlangt er eine Wahlrechtsreform, eine Übergangsregierung und Neuwahlen.

Stand: 15.01.2013 08:51 Uhr

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