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Anti Islam Film

Pakistaner setzt Kopfgeld aus

Der Minister ruft zum Mord auf

Von Amts wegen ist er für die Eisenbahn zuständig und nicht für Fragen des Islam. Das hat den pakistanischen Minister Bilour aber nicht davon abgehalten, ein Kopfgeld von 100.000 US-Dollar auf den Produzenten des islamfeindlichen Schmähfilms auszusetzen. Zugleich umwarb er öffentlich Al Kaida und die Taliban.

Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Dem pakistanischen Eisenbahnminister ist durchaus bewusst, dass er zum Mord aufruft - begründet dies aber mit den Worten, das sei der einzige Weg, Gotteslästerern Angst einzujagen. "Ich verkünde hiermit, dass ich jeden mit 100.000 US-Dollar belohnen werde, der diesen Gotteslästerer, diesen Sünder, der Unsinn über den Propheten geredet hat, umbringt."

Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour
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Mordaufruf mit Empfehlung an Al Kaida und Taliban: Minister Bilour

So tönte Minister Ghulam Ahmed Bilour auf einer Pressekonferenz und erntete von einigen Anwesenden für seine Worte spontanen Applaus. Dann ließ sich der Mann - immerhin Mitglied der pakistanischen Regierung - gar dazu hinreißen, Terroristen mit seinem Unterfangen zu umwerben: "Ich lade die Brüder der Taliban und die Brüder von Al Kaida dazu ein, bei dieser heiligen Mission mitzumachen. Die sollten sich an der guten Sache beteiligen."

Die pakistanische Regierung hat er damit zumindest außenpolitisch in eine äußerst peinliche Lage manövriert: Die selben Terroristen um Hilfe zu bitten, die sie eigentlich bekämpft, ist eigentlich nicht ihre politische Linie. Ein Sprecher des Premiers distanzierte sich denn auch von den Äußerungen des Ministers. Und auch die Partei von Bilour stellte klar, dass sie sich in dessen Einlassungen nicht wiederfinde.

Gleichzeitig jedoch halten es Beobachter für unwahrscheinlich, dass der Minister seines Amtes enthoben wird - dafür habe er zu vielen Pakistanis aus dem Herzen gesprochen, so die allgemeine Einschätzung.

Am Freitag hatten die Pakistani landesweit ihre Wut gegen das anti-islamische Video auf die Straße getragen. Trotz der Aufrufe des Premiers, bitte friedlich zu demonstrieren und obwohl die US-Regierung mit Fernsehspots noch einmal versucht hatte, mäßigend einzuwirken, kam es zu einem massiven Ausbruch von Gewalt. Mehr als 20 Menschen kamen bei den Protesten ums Leben.

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Und noch immer ist die Wut groß: Gestern kam es erneut zu Demonstrationen, bei denen die Menschen lautstark die Bestrafung des Video-Machers forderten. Die anti-westliche Stimmung - ohnehin stark in Pakistan - hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht. Genau die, so sehen es Beobachter, hat der Minister mit seinem Mordaufruf für seine eigenen Zwecke genutzt.

Pakistanischer Minister setzt Kopfgeld auf Filmproduzenten aus
tagesschau 16:15 Uhr, 23.09.2012, Gabor Halasz, ARD Neu Delhi

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Stand: 23.09.2012 17:16 Uhr

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