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Islamische Welt in Aufruhr wegen Mohammed-Video
Pakistanischer Minister setzt Kopfgeld aus
Ein pakistanischer Minister hat ein Kopfgeld auf den Produzenten des islamfeindlichen Schmähfilms aus den USA ausgesetzt. Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour versprach demjenigen, der "diesen Sünder" töte, nach verschiedenen Medienberichten 100.000 Dollar. Bilour forderte die Taliban und das Terrornetzwerk Al Kaida auf, sich der "noblen Sache" anzuschließen. Ihm sei klar, dass es eine Straftat sei, Menschen zum Mord aufzurufen, sagte der Minister den Angaben zufolge. Es gebe aber keinen anderen Weg, "Gotteslästerern" Furcht einzuflößen. Produzent des Videos, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, soll ein in den USA lebender koptischer Christ und Islamhasser sein.
Bilour will Kopfgeld aus eigener Tasche zahlen
Der Minister wolle das Kopfgeld aus seinem Privatvermögen bezahlen, meldete die BBC. Zudem drohte er möglichen Nachahmern des kalifornischen Produzenten. "Sollte jemand anderes künftig ein ähnlich blasphemisches Machwerk verbreiten, werde ich den Mördern ebenfalls 100.000 Dollar bezahlen", zitiert die BBC Bilour weiter.
Regierung distanziert sich von der Initiative
Ein pakistanischer Regierungssprecher und ein Vertreter von Bilours Partei ANP distanzierten sich von der Stellungnahme. Der Minister habe seine persönliche Meinung geäußert, sagten sie der BBC. Man erwäge, gegen Bilour vorzugehen. Vorerst werde er seinen Posten jedoch behalten.
Zuvor hatten in Pakistan erneut tausende Menschen gegen den Film "Unschuld der Muslime" demonstriert. In der Hauptstadt Islamabad marschierten mehr als 5000 Menschen, darunter hunderte Frauen, auf das Parlament zu. Sie riefen Parolen wie "Wir lieben unseren heiligen Propheten" und "Bestrafung für die, die unseren Propheten erniedrigt haben". In Lahore veranstaltete die islamistische Gruppe Jamaat-ut-Dadwa eine Protestkundgebung vor dem US-Konsulat. Bereits am Vortag waren in Pakistan zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Bei Ausschreitungen wurden nach jüngsten Angaben mindestens 21 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.
Verletzte in Bangladesch
In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration gegen den Film vor. Die Beamten setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Menge aufzulösen. Nach Angaben eines Polizeisprechers setzten die Demonstranten mehrere Fahrzeuge in Brand. An den Protesten beteiligten sich Mitglieder zahlreicher islamischer Gruppierungen. Medienberichten zufolge gab es mindestens 30 Verletzte und 40 Festnahmen.
Proteste in Nigeria bleiben weitgehend friedlich
Proteste in Nigeria gegen den Schmähfilm blieben trotz wütender Parolen weitgehend friedlich. In der Stadt Kano im Norden des Landes demonstrierten zehntausende Menschen gegen den islamfeindlichen Film. "Tod Amerika, Tod Israel, Tod den Feinden des Islam", riefen die Demonstranten nach Berichten eines AFP-Reporters.
Die Organisatoren des Protests forderten die US-Regierung auf, Schmähungen des Islam zu unterbinden. Nach Agenturberichten erstreckte sich der Protestzug über mehrere Kilometer. Kano ist die zweitgrößte Stadt Nigerias, in der vor allem Muslime leben.
Stand: 23.09.2012 00:48 Uhr
