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Straßenprotest in Pakistan: Ein Mann legt brennende Reifen auf einer Straße aus.

Islamische Welt in Aufruhr

Neue Ausschreitungen wegen Mohammed-Video

Der Zorn über den Mohammed-Film und französische Karikaturen befeuert neue Ausschreitungen in der islamischen Welt. So lieferten sich Demonstranten in Pakistan Straßenschlachten mit der Polizei und brannten ein Kino nieder. Die Sicherheitskräfte in der Stadt Peschawar setzten Tränengas gegen die aufgebrachte Menge ein.

Fahrer eines TV-Teams erschossen

Nach Angaben eines Fernsehsenders kam der Fahrer eines TV-Teams ums Leben, als auf dem Weg zu dem Kino auf das Fahrzeug geschossen wurde. Später sei eine weitere Leiche ins Krankenhaus gebracht worden. Die pakistanische Hauptstadt Islamabad sollte aus Angst vor Eskalationen nach den Freitagsgebeten abgeriegelt werden. Die Verkehrspolizei werde die Einfallstraßen sperren, berichtete der staatliche Sender Radio Pakistan. In Karatschi wurde den Angaben zufolge ein Polizist getötet.

Politische und religiöse Führer der islamischen Welt hatten die Muslime zuvor zu friedlichen Protesten aufgerufen. "Ein Angriff auf den Heiligen Propheten ist ein Angriff auf alle 1,5 Milliarden Muslime", erklärte der pakistanische Ministerpräsident Raja Pervez Ashraf. Er rief den "Tag der Liebe zum Propheten Mohammed" aus. Aus Protest gegen das islamfeindliche Video aus den USA bestellte die pakistanische Regierung den amerikanischen Botschafter ein.

Gabor Halasz (ARD) zu den Ausschreitungen in Pakistan
tagesschau 15:00 Uhr, 21.09.2012

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US-Video sollte Lage beruhigen

Die USA hatten zur Besänftigung der Proteste gegen ihr Land einen Spot im pakistanischen Fernsehen geschaltet. Darin riefen US-Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton zur Mäßigung auf und distanzieren sich von dem islamfeindlichen Mohammed-Film. Die USA hätten nichts mit dem Schmähfilm zu tun.

In Malaysia demonstrierten etwa 5000 Menschen friedlich gegen das islamfeindliche Mohammed-Video. In Sri Lanka trugen rund 2000 Demonstranten nach den Freitagsgebeten Schilder und Plakate durch die Straßen in der Nähe der US-Botschaft. In Tunesien verbot die Regierung aus Furcht vor gewalttätigen Ausschreitungen alle für Freitag geplanten Versammlungen. Bei Zuwiderhandlungen werde die Polizei konsequent eingreifen, warnte das Innenministerium. Notfalls könnten die Sicherheitskräfte auch von Waffengewalt Gebrauch gemacht.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad warf dem Westen Doppelmoral vor: Während die Beleidigung Mohammeds erlaubt sei, dürfe der Holocaust im Westen nicht hinterfragt werden, sagte Ahmadinedschad in Teheran. "Der Westen behauptet, es sei Teil der Meinungsfreiheit, den Propheten Mohammed zu beleidigen. Aber warum unterdrücken sie dann wegen einer einfachen historischen Frage Geschichtsforscher und bedrohen eine ganze Nation deswegen?" Der iranische Präsident hatte in der Vergangenheit mehrmals den Holocaust infrage gestellt.

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Demos in Frankreich verboten

Ein in den USA gedrehter Schmähfilm über den Propheten sowie neue, in Frankreich veröffentlichte Mohammed-Karikaturen sorgen seit Tagen für Aufruhr in der islamischen Welt. In Nordafrika wurden vorsorglich zahlreiche französische Institute und Schulen geschlossen. Die USA machten ihre diplomatischen Vertretungen in Indonesien dicht. Frankreich verbat derweil alle öffentlichen Demonstrationen gegen die Karikaturen. Es werde keine Ausnahme geben, sagte Innenminister Manuel Valls.

Auch in Deutschland gibt es Protestkundgebungen. In Freiburg demonstrieren seit dem Nachmittag mehrere hundert Teilnehmer gegen die Verunglimpfung des Propheten. In Münster will ein Verein unter dem Motto "Gegen den religionsbeleidigenden Film im Internet" in der Innenstadt demonstrieren. Auch in Hannover und Cuxhaven sind Kundgebungen geplant.

Stand: 21.09.2012 15:54 Uhr

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