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28.05.2012

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Ausland
Armee: NATO-Angriff auf Pakistan war vorsätzlich
Schwere Vorwürfe gegen Militärbündnis

NATO-Angriff auf Pakistan war laut Armee vorsätzlich

Nach dem NATO-Beschuss von zwei Militärbasen im Grenzgebiet zu Afghanistan geht die pakistanische Armee von einem vorsätzlichen Angriff des Bündnisses aus. Die NATO-geführte Afghanistan-Schutztruppe ISAF sei über den Standort eines jeden pakistanischen Armeepostens informiert, sagte Militärsprecher Athar Abbas dem Sender Geo TV. Bei dem Angriff habe es sich nicht um ein Missverständnis gehandelt. "Zu sagen, das sei keine vorsätzliche Handlung gewesen, heißt, die Tatsachen zu verdrehen", erklärte Abbas. Bei dem Beschuss durch ISAF-Hubschrauber waren am Samstag nach offiziellen pakistanischen Angaben 24 Soldaten getötet worden.

Die NATO kündigte an, den Vorfall zu untersuchen. Nach Angaben aus afghanischen Regierungskreisen wurden afghanische und NATO-Truppen aus der Richtung der pakistanischen Grenzposten unter Beschuss genommen und hatten die Luftangriffe angefordert.

Karte: Wasiristan Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Karte: Wasiristan ]

Keine Reaktion nach Bitte um Angriffsstopp

Abbas wies diese Darstellung zurück und erhob weitere schwere Vorwürfe gegen das Bündnis. NATO-Vertreter in Pakistan seien nach Beginn des Beschusses sofort informiert worden, sagte er. Obwohl Pakistan darum gebeten habe, das Feuer umgehend einzustellen, habe der Angriff weitere eineinhalb Stunden angedauert.

Er forderte die ausländischen Truppen auf, Opfer des angeblichen Beschusses zu präsentieren. Abbas sagte dem Urdu-Dienst der britischen BBC, in den vergangenen drei Jahren habe die NATO mindestens sieben Mal pakistanische Posten angegriffen. Dabei seien 72 Soldaten getötet und 250 weitere verletzt worden.

Konsequenzen nach Angriff

Pakistaner demonstrieren gegen NATO (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Pakistaner demonstrieren gegen NATO ]
Der jüngste Angriff hatte in Pakistan eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Vereinigung der Betreiber von Tanklastwagen teilte mit, sie werde keinen NATO-Nachschub mehr transportieren. Die mächtigen Anwälte boykottierten Gerichtsverhandlungen und hielten in mehreren Städten Protestveranstaltungen ab. Nach dem Angriff hatte die pakistanische Regierung bereits die wichtige Nachschubroute der NATO durch das Land gekappt. Sie hatte die USA außerdem aufgefordert, eine Luftwaffenbasis im Südwesten des Landes binnen 15 Tagen zu räumen. Alle Übereinkünfte mit den USA und der NATO würden überprüft werden.

Gegenseitige Beschuldigungen

Die gebirgige Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan hat immer wieder zu Spannungen zwischen Islamabad und Washington geführt. Mit dem tödlichen Angriff am Samstag haben die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA, die die NATO-Truppen in Afghanistan anführen, einen neuen Tiefpunkt erreicht. NATO-Vertreter beschuldigten Aufständische bereits in der Vergangenheit, von der pakistanischen Seite der Grenze aus auf ihre Truppen auf afghanischem Staatsgebiet zu schießen. Oft würden sie sich dabei nahe an den Stellungen pakistanischer Soldaten postieren, denen vorgeworfen wird, die Extremisten zu dulden oder gar zu unterstützen. Afghanische und NATO-Soldaten dürfen Aufständische nicht über die Grenze nach Pakistan verfolgen.

Stand: 28.11.2011 14:52 Uhr
 

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