Cybercrime

Vorwurf Gotteslästerung Pakistan sperrt Tausende Internetseiten

Stand: 10.05.2017 08:56 Uhr

Der pakistanische Staat geht verschärft gegen gotteslästerliche Inhalte in sozialen Medien vor: Bis April wurden fast 13.000 Internetseiten gesperrt. Die Betreiber könnten mit dem Tod bestraft werden.

Pakistans Telekommunikationsbehörde PTA hat während einer Kampagne gegen gotteslästerliche Inhalte in sozialen Medien seit April 12.968 Internetseiten gesperrt. Das berichtet die Tageszeitung "Express Tribune" unter Berufung auf Teilnehmer einer Parlamentssitzung, bei der PTA-Mitarbeiter Bericht erstatteten.

Welche Seiten betroffen waren, ist noch unklar. Mitte März hatte ein einflussreicher konservativer Richter in Islamabad die Regierung aufgefordert, gegen anstößige Inhalte in sozialen Medien vorzugehen. Er drohte mit einem Urteil, das Facebook und andere Foren sperren würde. Ministerpräsident Nawaz Sharif hatte daraufhin das Innenministerium angewiesen, alle Seiten mit solchen Inhalten sperren und die Betreiber bestrafen zu lassen. In Pakistan kann Gotteslästerung mit dem Tod geahndet werden.

Islamkritischer Film auf YouTube

Begonnen hatte die Staatskampagne gegen Blasphemie in Medien schon 2012, nachdem auf dem Videokanal YouTube ein islamkritischer Film hochgeladen worden war. Blasphemie-Vorwürfe treffen aber oft auch gesellschafts- oder militärkritische, liberale Blogger.

Die vermeintliche Beleidigung des Islam oder des Propheten Mohammed kann in Pakistan extreme Reaktionen auslösen. Erst Mitte April hatte ein Mob in der Stadt Mardan deswegen einen Studenten getötet. Später stellte sich heraus, dass er zu Unrecht beschuldigt worden war.

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