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Nach Doppelanschlag in Pakistan
Premier Aschraf setzt Provinzregierung ab
Nach tagelangen Protesten hat die pakistanische Regierung die Führung der Provinz Balutschistan im Südwesten des Landes ausgewechselt. Der örtliche Regierungschef sei entlassen worden und der Gouverneur von Balutschistan übernehme die Regierungsgeschäfte, sagte Ministerpräsident Raja Pervaiz Aschraf in einer Fernsehansprache. Ein Gouverneur könne nun die Armee um Hilfe bitten, um Recht und Ordnung durchzusetzen, sagte der Premier.
Premier Aschraf entlässt nach Protesten die Provinzregierung Balutschistans
tagesschau 17:00 Uhr, 14.01.2013, Jürgen Osterhage, ARD Neu-Delhi
Sicherheitskräfte sollen überdies einen Einsatz gegen militante Extremisten starten, die einen blutigen Anschlag in der Provinzhauptstadt Quetta am Donnerstag verübt hatten. Bei dem Bombenangriff in einem mehrheitlich von Schiiten bewohnten Viertel waren mindestens 92 Menschen getötet worden.
Angehörige protestierten mit Särgen
Tausende Schiiten hatten am Sonntag am dritten Tag in Folge aus Protest gegen die Gewalt demonstriert und mit den Särgen ihrer getöteten Angehörigen eine Straße blockiert. Sie forderten mehr religiöse Freiheit und den Rücktritt der Provinzregierung.
Der Ministerpräsident war am Sonntag nach Balutschistan gereist, um die Demonstranten zur Aufgabe ihrer Blockade zu bewegen. Vertreter der Schiiten erklärten nach dem Treffen mit Aschraf, sie würden ihren Protest solange fortsetzen, bis sie die Ankündigungen des Regierungschefs in die Tat umgesetzt seien.
Zu dem Anschlag auf einen von Schiiten besuchten Billardklub hatte sich die sunnitische Extremistengruppe Laschkar-e-Jhangvi bekannt. Sie unterhält Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida und den radikalislamischen Taliban und war an der Entführung und Enthauptung des US-Reporters Daniel Pearl im Jahr 2002 beteiligt.
Stand: 14.01.2013 03:28 Uhr
