Ein Absperrband der pakistanischen Polizei vor einem Gebäude.  | Bildquelle: dpa

Anschlag in Pakistan Behörden verhören 5000 Verdächtige

Stand: 29.03.2016 15:14 Uhr

Die Behörden in Pakistan haben nach dem Terroranschlag in Lahore am Ostersonntag Razzien durchgeführt und offenbar mehr als 5000 Verdächtige in Gewahrsam genommen. 216 bleiben nach Angaben eines Vertreters der Provinz Punjab für weitere Verhöre in Haft.

Nach dem Terroranschlag am Ostersonntag in Lahore haben pakistanische Behörden nach eigenen Angaben 5000 mutmaßliche Extremisten in Gewahrsam genommen. Die meisten seien wieder freigelassen worden, 216 würden für weitere Verhöre weiter festgehalten, sagte Rana Sanaullah, Staatsminister der Provinz Punjab. Nach weiteren Ermittlungen werde man mehr über sie wissen, so Sanaullah weiter. Sollte jemand für schuldig befunden werden, werde er bestraft.

An den Razzien seien Angehörige der Polizei, von Anti-Terror-Einheiten und der Geheimdienste beteiligt gewesen. Künftig würden auch Armee und paramilitärische Einheiten eingesetzt.

Anschlag gezielt gegen Christen

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Sonntag in unmittelbarer Nähe eines Spielplatzes am Haupttor zum beliebten Gulshan-i-Iqbal Park in der östlichen Millionenmetropole Lahore, die als das intellektuelle Zentrum Pakistans gilt, in die Luft gesprengt - inmitten von feiernden Familien. Dabei wurden nach neuen Angaben der Behörden 73 Menschen getötet, darunter mindestens 35 Kinder. Fast 300 Menschen wurden verletzt.

Zu dem Anschlag bekannte sich die pakistanische Terrororganisation "Jamaat-ul-Ahrar", eine Taliban-Splittergruppe. Demnach richtete sich der Angriff gezielt gegen Christen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. März 2016 um 15:00 Uhr.

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