Anschlag in Pakistan | Bildquelle: AFP

Attentate in Pakistan und Afghanistan Tote bei Anschlag auf Impfzentrum

Stand: 13.01.2016 15:11 Uhr

Bei einem Anschlag auf eine Polio-Impfstation im Südwesten Pakistans sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Mehrere Tote gab es auch bei einem Anschlag auf das pakistanische Konsulat im afghanischen Dschalalabad.

Attentäter haben am Morgen Anschläge auf zwei pakistanische Ziele verübt. In der pakistanischen Stadt Quetta im Südwesten des Landes detonierte ein Sprengsatz vor einem Polio-Impfzentrum. Dabei wurden nach Polizeiangaben 15 Menschen getötet - unter ihnen zwölf Sicherheitskräfte. Mehr als 20 weitere Menschen seien verletzt worden. Zu der Tat bekannten sich die radikal-islamischen Taliban.

Pakistan hatte erst zwei Tage zuvor eine große Initiative zur Polio-Impfung von 2,4 Millionen Kindern unter fünf Jahren gestartet. Die Behörden erklärten, die Kampagne werde wie geplant fortgesetzt. Die als Kinderlähmung bekannte Krankheit ist in Pakistan noch immer verbreitet.

Häufig Anschläge auf Impfkampagnen

Trotzdem gibt es dem Land immer wieder Angriffe auf Mitarbeiter von Impfkampagnen. Insbesondere radikale Islamisten behaupten, die Maßnahmen dienten der Sterilisierung von Muslimen. Mitarbeiter von Impfkampagnen werden immer wieder verdächtigt, Spione der Regierung zu sein. Hintergrund dieser Vorwürfe ist unter anderem, dass ein Agent, der sich als Mitarbeiter einer Impfkampagne ausgegeben hatte, das Versteck von Osama bin Laden ausgekundschaftet hatte. Der frühere Al-Kaida-Führer war dort im Mai 2011 von US-Soldaten getötet worden.

Auch pakistanische Botschaft in Afghanistan angegriffen

Auch in Afghanistan gab es einen Anschlag auf eine pakistanische Einrichtung: Drei Attentäter griffen das pakistanische Konsulat in der Stadt Dschalalabad an. Dabei wurden nach Angaben der Behörden sieben Sicherheitskräfte getötet. Einer der Attentäter habe sich mit einer Bombe in die Luft gesprengt, die anderen beiden seien erschossen worden. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Überfall.

Dschalalabad liegt auf der Hauptverbindungsstraße von Kabul nach Pakistan und wird immer wieder von Anschlägen erschüttert - meist durch Taliban-Kämpfer. 14 Jahre nach der Vertreibung von der Macht in Kabul sind die Islamisten in vielen afghanischen Regionen wieder in der Offensive. Beobachter vermuten, dass sie durch ihre Angriffe größere Zugeständnisse für mögliche Friedensverhandlungen erzwingen wollen.

Am Montag hatten Vertreter Afghanistans, Pakistans, der USA sowie Chinas im pakistanischen Islamabad mit Gesprächen begonnen, um einen Fahrplan für Friedensgespräche mit den Taliban auszuarbeiten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Januar 2016 um 08:00 Uhr.

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