Angehörige von Opfern des Anschlags in Lahore | Bildquelle: dpa

Taliban bekennen sich zu Anschlag in Lahore Grausames Ende eines Frühlingstags

Stand: 28.03.2016 06:42 Uhr

Vor allem Christen - unter ihnen viele Familien - waren in einem Park in der pakistanischen Stadt Lahore, als der Sprengsatz explodierte. Mindestens 70 Menschen wurden getötet, Hunderte wurden verletzt. Die Taliban bekannten sich zu dem Selbstmordanschlag.

Von Sandra Petersmann, ARD-Studio Neu-Delhi

Ein sonniger, friedlicher Frühlingspicknick-Tag endete in einem schrecklichen Blutbad. Die Sicherheitskräfte gehen von einem Selbstmordanschlag aus. Nach Angaben eines Polizeisprechers sind die meisten Todesopfer Frauen und Kinder. Ein verängstigter Augenzeuge, der am Anschlagsort Snacks verkaufte, schildert den lauten Knall, den Rauch, die Schreie, die Orientierungslosigkeit. Andere Augenzeugen berichten von meterhohen Flammen und von abgerissenen Armen und Beinen.

Die Explosion ereignete sich in unmittelbarer Nähe eines Spielplatzes am Haupttor zum beliebten Gulshan-i-Iqbal Park in der östlichen Millionenmetropole Lahore, die als das intellektuelle Zentrum Pakistans gilt.

Der Park zieht am Wochenende viele Familien an, die sich dort zum Picknick im Grünen treffen. Wegen des Osterwochenendes sind vermutlich besonders viele Familien unter den Opfern, die zur christlichen Minderheit Pakistans gehören. Der Park soll besonders voll und der Parkplatz vor dem Haupttor außergewöhnlich ausgelastet gewesen sein. Viele Verletze sind nach Angaben der Rettungskräfte im kritischen Zustand. Vermutlich wird die Opferzahl weiter steigen.

Selbstmordanschlag im pakistanischen Lahore (unkommentiert)
27.03.2016, Euro GBRTV

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Ich bin am Boden zerstört durch das sinnlose Töten unschuldiger Menschen in Lahore", twitterte Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai nach dem Anschlag. Die heute 18-jährige Malala hat vor ein paar Jahren selber einen Terroranschlag der pakistanischen Taliban überlebt.

Gewalt richtet sich meist gegen Minderheiten

Die Islamische Republik Pakistan leidet wie kaum ein anderes Land unter Terror und Gewalt. Die meisten Anschläge werden von sunnitischen Extremisten verübt. Ihre Gewalt richtet sich meistens gegen die religiösen Minderheiten im Land, gegen Schiiten und Christen.

Die Atommacht Pakistan war die längste Zeit ihrer Geschichte eine Militärdiktatur. Zurzeit wird das Land von einer gewählten Regierung unter Premierminister Nawaz Sharif regiert, doch Armee und Geheimdienst haben großen Einfluss auf die Politik.

Das Militär steht im Verdacht, mit ausgewählten religiösen Extremisten zusammenzuarbeiten, um dem Erzfeind Indien zu schaden. Doch seit mehreren Jahren kämpft Pakistan mit einer eigenen Taliban-Bewegung, die den Staat und seine Sicherheitskräfte und das eigene Volk angreift. 

Zeitgleich zum Anschlag in Lahore demonstrierten in der Stadt Rawalpindi, in der die Armee ihr Hauptquartier hat, mehrere tausend Menschen für einen Mann namens Mumtaz Qadri. Qadri wurde im vergangenen Monat gehängt. Er war Personenschützer und hatte einen bekannten Politiker ermordet, der sich für Pakistans verfolgte Christen eingesetzt hatte.

Pakistan mit Lahore
galerie

Pakistan mit Lahore

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. März 2016 um 23:40 Uhr.

Darstellung: