Das Bundesfinanzministerium in Berlin (Archivbild). | Bildquelle: dpa

Briefbombe an Finanzministerium Griechische Autonome bekennen sich

Stand: 16.03.2017 12:08 Uhr

Eine linksautonome griechische Untergrundorganisation hat sich dazu bekannt, die Briefbombe an das Finanzministerium in Berlin geschickt zu haben. Die Polizei untersucht die Echtheit des Schreibens.

Nach dem Fund eines Päckchens mit einer Sprengstoff-Mischung im Bundesfinanzministerium in Berlin hat sich eine linksautonome Untergrundorganisation aus Griechenland als Absender der explosiven Post zu erkennen gegeben. Im Internet schrieb die Gruppe mit dem Namen "Verschwörung der Feuerzellen", sie übernehme die "Verantwortung für die Entsendung der Paket-Attrappe an den Finanzminister Deutschlands."

Die Autonomen erklärten sich in der Mitteilung solidarisch mit in Griechenland verurteilten Mitgliedern ihrer Organisation sowie anderer gleichgesinnter Gruppen im Ausland. Die Polizei äußerte sich bislang nicht zu der Frage, ob die Erklärung echt ist.

Paket hätte erhebliche Verletzungen verursachen können

Gestern war die Post mit dem gefährlichen Inhalt im Ministerium eingegangen. In der Sendung befand sich laut Berliner Polizei ein sogenanntes Blitzknallgemisch, das häufig zur Herstellung von Pyrotechnik verwendet wird. "Es wäre geeignet gewesen, erhebliche Verletzungen beim Öffnen des Pakets zu verursachen", teilte die Polizei mit. Noch bevor etwas passieren konnte, wurde das Paket gesichert.

Den Mitarbeitern in der Postverteilerstelle der Behörde war die Sendung beim routinemäßigen Röntgen aufgefallen. Sie wurde aussortiert und untersucht. Die Mitarbeiter mussten aus Sicherheitsgründen zwischenzeitlich die Postverteilerstelle und umliegende Räume verlassen. Das Paket wurde später auf einem Sprengplatz im Berliner Ortsteil Grunewald zur Explosion gebracht.

Nicht die erste Paketbombe der "Feuerzellen"

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Briefbombe aus Griechenland im Namen der Untergrundorganisation verschickt wurde. Mehrere ihrer Mitglieder waren vor sechs Jahren in Athen festgenommen worden, weil sie Paketbomben unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den damaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi verschickt haben sollen.

Die griechischen Ermittler haben sich aus Deutschland genauere Informationen über den Inhalt des in Berlin enttarnten Päckchens erbeten. Ein griechischer Polizeisprecher nannte die Attacke gegen das Bundesfinanzministerium einen naiven Versuch, die Sicherheitskräfte in die Irre zu führen. Die Fahnder in Griechenland erhoffen sich durch weitere Auswertung aller Spuren, die verantwortlichen Absender noch schnappen zu können.

Mit Informationen von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen.

"Naiver Versuch": Griechiche Ermittler fahnden nach Absender des explosiven Päckchens
M. Lehmann, ARD Athen
16.03.2017 11:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. März 2017 um 11:45 Uhr in den Nachrichten.

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