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Im Zuge des Klimawandels befürchtet die Umweltstiftung WWF ein Aussterben der artenreichsten Korallenregion der Welt. Im sogenannten Korallen-Dreieck zwischen Indischem und Pazifischem Ozean wäre die Lebensgrundlage von mehr als 120 Millionen Menschen gefährdet.
Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien
[Bildunterschrift: Korallenriffe sind Lebensraum für Millionen von Fischen und anderen Lebewesen. ]
Wissenschaftler und Umweltschützer schlagen Alarm. Das sogenannte Korallen-Dreieck, die artenreichste Korallenregion der Welt, sei in größter Gefahr, warnte die Umweltstiftung WWF auf der Welt-Ozean-Konferenz im indonesischen Manado. In weniger als 100 Jahren könnte der "Amazonas der Weltmeere" zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean verschwunden sein, hieß es in einer Studie der australischen Universität von Queensland, die in Manado vorgestellt wurde.
Sollten die Treibhausgas-Emissionen nicht eingedämmt werden, würden die biologischen Schätze des Korallendreiecks bis zum Ende des Jahrhunderts durch den Anstieg der Wassertemperatur des Meeres zerstört, sagte Ove Hoegh-Guldberg, der Autor der Studie: "Wenn wir so weiter machen wie bisher und nichts unternehmen gegen den Klimawandel, dann wird von den Korallen-Riffen in rund 50 Jahren nur noch ein Bruchteil dessen da sein, was heute existiert. Sie werden dann faktisch ausgestorben sein."
[Bildunterschrift: Am Tagungsort auf Sulawesi können die Konferenzteilnehmer die Auswirkungen des Klimawandels direkt beobachten. ]
Das hätte nicht nur Auswirkungen für Taucher und Schnorchler, die sich gerne Korallen ansehen. Korallenriffe sind Lebensraum für Millionen von Fischen und anderen Lebewesen und damit auch für Menschen, die vom Fischfang leben.
Allein im sogenannten Korallen-Dreieck, dem Seegebiet zwischen Indonesien, den Philippinen, Papua-Neuguinea, Osttimor und den Salomonen-Inseln leben mehr als 120 Millionen Menschen direkt oder indirekt vom Meer.
Deren Lebensgrundlage sei stark gefährdet, meint Ove Hoegh-Guldberg und warnt vor Millionen von Klimaflüchtlingen: "Im schlimmsten Fall werden bis zum Ende dieses Jahrhunderts 90 Prozent der Lebensmittelressourcen dieser Region vernichtet sein. Damit wird der Lebensraum der Menschen dort destabilisiert, einfach weil es für sie nicht mehr genug zu essen gibt. Und wo gehen die hin? Der Druck auf Australien und Neuseeland wird weiter wachsen, Menschen die vor den Folgen des Klimawandels flüchten aufzunehmen."
Noch sei es nicht zu spät, das Korallen-Dreieck zu schützen, hieß es. Die Treibhausgas-Emissionen müssten drastisch reduziert werden, stärker als bisher geplant, um den Anstieg der Wassertemperatur zu stoppen. Selbst im günstigsten Fall werde jedoch ein Teil der Korallen nicht zu retten sein.
Zum Abschluss der ersten Welt-Ozean-Konferenz am Freitag kommen Staats- und Regierungschefs aus den sechs Anrainerstaaten des Korallen-Dreiecks zusammen, um ein Programm zum Schutz dieser Region zu verabschieden, das auch in die Diskussion bei der Klimakonferenz in Kopenhagen Ende des Jahres eingebracht werden soll.
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