Ein obdachloses Kind steht in Johannesburg neben einem offene Feuer. (Archiv) | Bildquelle: dpa

Oxfam-Studie zum Wohlstand auf der Welt Ein Prozent hat mehr als der Rest

Stand: 19.01.2015 09:26 Uhr

Die Kluft zwischen den reichsten und den ärmsten Menschen auf der Welt wird immer größer: Vom kommenden Jahr an wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen angehäuft haben als die restlichen 99 Prozent zusammen. Das teilte die britische Hilfsorganisation Oxfam mit.

"Globale Ungleichheit ist erschütternd"

Demnach entfielen im Jahr 2009 mit 44 Prozent noch weniger als die Hälfte des weltweiten Wohlstands auf ein Prozent der Weltbevölkerung. Vergangenes Jahr lag der Anteil bei 48 Prozent. 2016 werde er auf mehr als 50 Prozent anwachsen. In der Gruppe der Reichsten habe jeder Erwachsene ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro. "Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd", erklärte die Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima. Einer von neun Menschen auf der Erde habe nicht genug zu essen, eine Milliarde Menschen müssten mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zurechtkommen.

Straßenkinder in Pakistan | Bildquelle: AP
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Laut der Studie hat einer von neun Menschen auf der Erde nicht genug zu essen.

Um eine weitere Zunahme der Ungleichheit zu stoppen, fordert Oxfam von den Staaten mehrere Maßnahmen: Die Bekämpfung von Steuervermeidung und Steuerflucht, die Besteuerung von Kapital anstelle von Arbeit, die Einführung von Mindestlöhnen sowie die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen. Die Regierungen müssten sich gegen Interessengruppen durchsetzen, "die einer faireren und gedeihlicheren Welt im Wege stehen", forderte Byanyima.

Ein Thema beim Weltwirtschaftsforum

Die wachsende Ungleichheit gehört zu den Themen des Weltwirtschaftsforums, das von Mittwoch bis Samstag in der Schweiz stattfindet. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang haben neben 300 weiteren Staats- und Regierungschefs sowie Managern von Wirtschaftsunternehmen und Vertretern der Zivilgesellschaft ihr Kommen in den Schweizer Bergort Davos angekündigt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Januar 2015 um 12:00 Uhr.

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