Bewaffnete Einsatzkräfte in Ouagadougou | Bildquelle: AFP

Terrorangriff in Burkina Faso Polizei beendet Geiselnahme in Hotel

Stand: 16.01.2016 13:31 Uhr

Die Geiselnahme in einem Hotel in Ouagadougou ist beendet: Sicherheitskräfte befreiten 126 Personen und töteten vier Terroristen. Insgesamt starben bei der Attacke nach offiziellen Angaben 23 Menschen. Laut Innenministerium wird derzeit ein zweites Hotel angegriffen.

Sicherheitskräfte haben das von islamistischen Extremisten besetzte Hotel "Splendid" in Ouagadougou unter ihre Kontrolle gebracht. Die Geiselnahme sei beendet, 126 Personen seien befreit und vier Terroristen getötet worden, teilte die Regierung mit. Präsident Marc Christian Kabore verurteilte die "abscheuliche" Tat. Laut dem Sicherheitsminister kommen die Opfer aus 18 verschiedenen Ländern.

Die Terroristen hatten das bei Ausländern beliebte Hotel am Abend überfallen und dabei zahlreiche Menschen getötet. Bei den Tätern soll es sich laut einem Polizisten um zwei Männer und zwei Frauen handeln.

Zweites Hotel betroffen

Laut Innenministerium wird außerdem das Hotel Yibi attackiert. Dort dauere die Operation der Sicherheitskräfte noch an. Eines der Opfer auf Seiten der Terroristen wurde laut offiziellen Angaben in dem zweiten Hotel getötet.

An dem Einsatz gegen die Terroristen waren auch ausländische Spezialkräfte beteiligt. Das Gelände um das Hotel wurde weiträumig abgeriegelt, eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Mindestens 23 Tote bei Terrorangriff in Ouagadougou
tagesschau 12:55 Uhr, 16.01.2016, Shafagh Laghai, ARD Nairobi

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Terrororganisation bekennt sich zum Angriff

Laut einer im Internet verbreiteten Botschaft hat sich ein Ableger der Terrororganisation Al-Kaida zu der Attacke bekannt. Kämpfer der Gruppe Al Mourabitoune sollen demnach den Angriff durchgeführt haben.

Al Mourabitoune ist eine Gruppe, die bisher vor allem in Burkina Fasos Nachbarland Mali aktiv war. Dort hatte sie in der Hauptstadt Bamako Ende November einen ähnlichen Anschlag verübt. Damals kamen 20 Menschen ums Leben, die genauen Hintergründe sind bis heute weitgehend ungeklärt. Zuletzt hatte die Gruppe des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar ihre Zusammenarbeit mit der Dschihadistengruppe "Al-Kaida im Islamischen Maghreb" (Aqmi) bekanntgegeben.

Zwei Österreicher entführt

Das Innenministerium des Landes meldet unterdessen einen weiteren Zwischenfall. Im Norden Burkina Fasos seien zwei Österreicher entführt worden. Extremisten hätten einen Arzt und seine Frau in der Stadt Baraboule nahe der Grenze zu Mali gekidnappt, teilte der Sprecher des Innen- und Sicherheitsministeriums mit. Das Ehepaar habe dort freiwillige Hilfe geleistet.

Erste Terror-Attacke in Burkina Faso

Der westafrikanische Staat Burkina Faso war bisher von größeren Terror-Attacken verschont geblieben. Allerdings hatten französische Nachrichtendienste in den vergangenen Wochen vor möglichen Terror-Aktionen gewarnt.

Burkina Faso ist Mitglied der sogenannten G5-Staaten der Sahelzone. Sie arbeiten eng zusammen, um die Bedrohung durch den Terrorismus in der Region einzudämmen. Neben Burkina Faso gehören Mali, Mauretanien, Niger und der Tschad zu dieser Staaten-Gruppe.

Darstellung: