Karte: Syrien mit Ost-Ghouta

Ost-Ghouta 22 Tote bei Angriff auf Schule

Stand: 20.03.2018 14:25 Uhr

Im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghouta sind Aktivisten zufolge bei einem Angriff auf eine Schule mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter 16 Kinder. Sie hätten im Keller der Schule Schutz gesucht.

Bei einem Luftangriff auf eine Schule im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghouta sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 16 Kinder und vier Frauen getötet worden. In der Stadt Irbin seien zudem mehr als 50 Menschen verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Für den Angriff seien wahrscheinlich russische Flugzeuge verantwortlich.

"Drei Geschosse eines einzigen Luftangriffs haben die Schule getroffen, in der der Keller als Schutzraum genutzt wurde", sagte der Chef Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Die Kinder und die Frauen hatten demnach im Keller der Schule im Ort Irbin Schutz vor den Bomben gesucht. Rettungskräfte suchten noch nach Überlebenden.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Nahrung und Trinkwasser fehlen

Russland ist im Bürgerkrieg neben dem Iran der wichtigste Verbündete der Regierung. Das nahe der Hauptstadt Damaskus gelegene Ost-Ghouta gehört zu den letzten Gebieten in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert werden. Die Region erlebt seit Mitte Februar die schwerste Angriffswelle der Regierung seit Beginn des Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren. Aktivisten zufolge konnten die Armee und Verbündete mittlerweile den größten Teil des bisherigen Rebellengebietes einnehmen. Irbin wird jedoch noch von Gegnern der Regierung kontrolliert.

Die humanitäre Lage in Ost-Ghouta ist katastrophal. Es fehlt an Nahrung, Trinkwasser, Medikamenten, medizinischen Gütern und Strom. Seit Beginn der Offensive Mitte Februar sind den Menschenrechtlern zufolge mehr als 1450 Zivilisten in dem Gebiet getötet worden. Aus Angst vor Bombardierungen leben viele Menschen seit Wochen in Kellern. In den vergangenen Tagen waren Zehntausende Menschen vor den Kämpfen in Richtung von Gebieten geflohen, die von der syrischen Armee kontrolliert werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. März 2018 um 05:30 Uhr.

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