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Wahlverfahren für Filmpreis

Wie bekomme ich einen Oscar?

Heute Nacht werden zum 85. Mal die Oscars vergeben. Doch welche Filme haben überhaupt eine Chance ? Und wer steckt hinter der Academy? Das Verfahren für den wichtigsten Preis der Filmbranche ist über Jahrzehnte gewachsen und ziemlich kompliziert.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Eigentlich stehen die Oscar-Gewinner schon fest: Am Dienstag um 17 Uhr war Einsendeschluss der Wahl für die wichtigsten Filmpreise der Welt. Jetzt wird nur noch ausgezählt und verkündet. Das geschieht allerdings mit großem Pomp in der Oscar-Show Sonntagnacht.

Strenge Regeln für Nominierung

Der Oscar ist ein reiner Kinopreis: Kein Fernsehen, kein Internet. Da sind die Regeln, welche Filme in den Wettbewerb dürfen, richtig streng: Damit ein Film nominiert werden kann, muss er im Bezirk von Los Angeles während des Vorjahres mindestens eine Woche lang gegen Eintritt im Kino gelaufen sein. Solche Firme dürfen dann bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences eingereicht werden, und zwar wirklich als Filmrolle oder als digitale Kopie. Ausnahmen von diesen Regeln gibt es nur für Sonderkategorien wie Kurzfilme, Dokumentionen oder den Preis für den besten ausländischen Film.

Wie kriege ich einen Oscar?
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
24.02.2013 10:46 Uhr

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Zwei Wege, um in die Jury zu kommen

Dann kommt die Academy ins Spiel: Ein Branchenverband der Filmindustrie, mit um die 6000 Mitgliedern, streng organisiert nach Sparten wie Schauspiel, Kamera, Schnitt oder Regie. Steven Spielberg ist drin, Meryl Streep ist drin, ebenso wie Werner Herzog und Christoph Waltz.

Christoph Waltz
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Auch Christoph Waltz ist in der Academy für den Oscar: Er gewann die Auszeichnung 2010 als "bester Nebendarsteller".

Meryl Streep
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Gewann 2012 den Oscar als "beste Schauspielerin": Es war bereits der dritte Oscar, den Meryl Streep erhielt.

Es gibt zwei Wege, dort reinzukommen: Entweder, man wird von einem Mitglied vorgeschlagen, oder man gewinnt einen Oscar - oder ist zumindest nominiert. So gesehen, stimmen also auch die früheren Gewinner über ihre Nachfolger ab. Und zwar in zwei Wahlgängen: Erst dürfen die Academy-Mitglieder die besten fünf Leistungen in ihrer Berufssparte nominieren, also die Schauspieler, Kameraleute oder Regisseure je für sich. Wer da die meisten Stimmen erhält, ist schon mal Oscar-nominiert, wird öffentlich verkündet - und kommt auf den Wahlzettel für die endgültige Entscheidung, bei der dann alle Mitglieder in fast allen Sparten ihren Gewinner wählen dürfen.

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Die diesjährigen Oscar-Nominierungen in den wichtigsten Sparten

Szene aus

Bester Film: So politisch relevant waren die Oscars schon lange nicht mehr: Gleich vier heiß diskutierte Filme gehen bei der Verleihung der amerikanischen Filmpreise am 24. Februar in Los Angeles ins Rennen um die Trophäe "Bester Film" des Jahres. Der Film "Argo" von und mit Ben Affleck (rechts im Bild) hat die wahnwitzige Befreiungsaktion von sechs US-Diplomaten durch den Geheimdienst CIA während der Geiselnahme von Teheran 1979 zum Thema. (Foto: AP)

Eine Ausnahme ist der beste Film

Eine Ausnahme ist der beste Film: Den dürfen alle Mitglieder nominieren und wählen. Jetzt kommt der Moment der Anzugträger: Die Betriebsprüfer von PriceWaterHouseCoopers zählen die Stimmen aus und schauen, dass nicht geschummelt wurde. Der Name des Gewinners in jeder Sparte kommt auf einem Zettel in einen versiegelten Umschlag - der dann erst während der Show geöffnet wird.

Tipps für die Rollenauswahl

Für Schauspieler, die endlich einen Oscar wollen, gibt es übrigens mit Blick auf die Geschichte ein paar Tipps für die Rollenauswahl: Besonders gut im Rennen liegt, wer eine reale Person spielt, und - so zynisch es klingt, auch eine Behinderung oder schwere Krankheit der dargestellten Figur erhöht statistisch gesehen die Chancen auf einen Oscar. Alleinerziehende Eltern kommen bei der Academy besonders gut an, ebenso wie Figuren aus dem Showgeschäft. Kein Wunder: Hier feiert die Filmbranche sich selbst.

Der Oscar ist ein Preis, der von Kollegen an Kollegen vergeben wird - nur das eben die ganze Welt dabei zuschaut.

Dieser Beitrag lief am 22. Februar 2013 um 22:52 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Stand: 24.02.2013 11:39 Uhr

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