Brian Cullinan und Martha Ruiz, Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers, überreichten die falschen Umschläge bei der Oscar-Verleihung. | Bildquelle: REUTERS

Nach Panne mit Umschlägen Lebenslange Oscar-Sperre

Stand: 02.03.2017 09:33 Uhr

Die Panne mit Umschlägen bei der Oscar-Gala hat Folgen: Die beiden Angestellten der Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers, die auf der Bühne die Umschläge mit dem Gewinnernamen austeilten, wurden von zukünftigen Shows ausgeschlossen.

Schluss mit Oscar für die beiden Verursacher der Panne bei der weltweit live ausgestrahlten Hollywood-Gala: Die beiden bislang für die Gewinner-Umschläge verantwortlichen Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC), Brian Cullinan und Martha Ruiz, werden künftig nicht mehr zur Oscar-Verleihung eingeladen, wie die Oscar-Akademie mitteilte.

Bei den Oscars war es in der Nacht zum Montag zu einer peinlichen Panne gekommen: Die Hollywood-Legenden Warren Beatty und Faye Dunaway hatten den falschen Umschlag in den Händen und kürten zum Show-Ende daher zunächst den Musical-Film "La La Land" zum Sieger in der Königskategorie "Bester Film". Dann wurde der Irrtum auf der Bühne hektisch korrigiert und das Drama "Moonlight" zum Sieger ausgerufen, während das Team von "La La Land" schon Dankesreden auf der Bühne hielt.

Gewinner-Karten doppelt vorhanden

Verantwortlich für die Oscar-Umschläge waren in den vergangenen Jahren stets die beiden PwC-Mitarbeiter Cullinan und Ruiz. Sie zählten mit einigen wenigen Helfern die Stimmen der mehr als 6000 Mitglieder der Filmakademie aus. Anschließend bekamen sie jeweils einen kompletten Satz Karten, auf die sie die Namen der Sieger schrieben - es gab jede Gewinner-Karte also zweimal. Dann steckten sie die Karten in Umschläge, klebten diese zu und überreichten sie hinter der Bühne an die Moderatoren.

Beatty und Dunaway erfuhren somit erst beim Öffnen der Umschläge, wem sie den Preis überreichten. Cullinan gab ihnen jedoch versehentlich das Duplikat der Gewinner-Karte von Schauspielerin Emma Stone, der Siegerin in der Kategorie beste Schauspielerin, auf der auch "La La Land" stand. Das besiegelte die Panne.

Akademie-Präsidentin fassungslos

PwC-Chef Tim Ryan sagte dem Magazin "Variety", Cullinan sei "sehr erschüttert wegen des Fehlers": "Es ist aber auch mein Fehler, unser Fehler, und wir fühlen uns alle sehr schlecht." Die Firma ist seit mehr als 80 Jahren für die geheime Auszählung der Oscar-Gewinner verantwortlich. Zu der Entscheidung der Akademie äußerte sich PwC zunächst nicht.

Akademie-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs beschrieb ihre Fassungslosigkeit im Magazin "The New Yorker": "Ich sah hin und sah einen Mitarbeiter von Pricewaterhouse auf die Bühne kommen, und es war mir wie: Oh, nein - was passiert da gerade? Und dann dachte ich nur: Oh mein Gott - wie kann das passieren?" Eine künftige Zusammenarbeit mit PwC werde überprüft, sagte sie.

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Februar 2017 um 09:00 Uhr.

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