Schauspieler Leonardo di Caprio | Bildquelle: dpa

Western-Thriller "The Revenant" Gestritten, gefroren - und jetzt Oscar-Favorit

Stand: 14.01.2016 17:40 Uhr

Der Western-Thriller "The Revenant" mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio gilt als großer Oscar-Favorit in diesem Jahr. In Los Angeles wurde er für zwölf Oscars nominiert. Eine Nominierung ging auch nach Deutschland.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Sie haben gefroren, gestritten, das Budget überzogen und viel länger gebraucht als geplant - schon jetzt gilt "The Revenant - Der Rückkehrer" als eines der schwierigsten Projekte der jüngeren Filmgeschichte. Nun wurde der Film von Regisseur Alejandro G. Iñárritu mit zwölf Oscar-Nominierungen belohnt, unter anderem in den Kategorien Bester Nebendarsteller, Beste Regie, Bester Film sowie für die visuellen Effekte und den Schnitt.

Und wie viele Hollywood-Beobachter voraussagten, erhielt auch Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio eine Nominierung für seine Leistung als Trapper Hugh Glass, der sich nach einer Bärenattacke schwer verletzt durch die (verschneite) Weite des amerikanischen Westens schleppt, um Rache für den Tod seines Sohnes zu nehmen.

Filmerfolg im letzten Jahr: Birdman

Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem der mexikanische Regisseur Alejandro G. Iñárritu die Academy of Motion Picture Arts&Sciences für seine Arbeit begeistern kann. Im vergangenen Jahr gewann der 52-Jährige vier Oscars mit seinem Film "Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)".

Als zweiter Favorit geht das Endzeit-Actionspektakel "Mad Max Fury Road" mit zehn Nominierungen ins Oscar-Rennen, das Weltraumepos "Der Marsianer - Rettet Mark Watney" hat sieben Chancen auf die kleine goldene Trophäe, darunter Hauptdarsteller Matt Damon. Der inzwischen erfolgreichste Film aller Zeiten, "Star Wars - Das Erwachen der Macht", wurde für fünf Oscars nominiert, aber hauptsächlich in den technischen Kategorien.

Eine Oscar-Nominierung für deutschen Film

Lediglich eine Oscar-Nominierung geht nach Deutschland, an den Filmemacher Patrick Vollrath für seinen Kurzfilm "Alles wird gut. Everything will be ok".  Der Vater-Tochter-Film gewann im September bereits einen Studenten-Oscar. Es ist Vollraths Abschlußfilm an der Filmakademie in Wien.

Patrick Vollrath | Bildquelle: dpa
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Patrick Vollrath - Regisseur des Kurzfilms "Alles wird gut"

Über besonders viele Nominierungen freut sich Irland. Michael Fassbender wurde für seine Arbeit in dem Film "Steve Jobs" und Saoirse Ronan für ihre Rolle in der Auswanderer-Geschichte "Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten" jeweils in den Beste Schauspieler-Kategorien nominiert. Der irische Regisseur Lenny Abrahamson kann auf eine Auszeichnung für seine Arbeit an dem Entführungsdrama "Raum" hoffen. "Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten" von Regisseur John Crowley wurde ebenfalls als "Bester Film" nominiert.

Kritik der Kinoliebhaber

Eine Diskussion wird die Liste der Nominierungen wieder entfachen: Unter dem Hashtag #oscarssowhite beschwerten sich viele Kinoliebhaber im vergangenen Jahr darüber, dass so wenige schwarze Filmemacher, Filme und Schauspieler nominiert werden. Nach der heutigen Verkündung wurde insbesondere kritisiert, dass die Fortsetzung der Rocky-Serie "Creed - Rocky’s Legacy" mit Hauptdarsteller Michael B. Jordan lediglich eine Nominierung erhielt: für Sylvester Stallone als bester Nebendarsteller.

Einer wird sich das nicht entgehen lassen: Komiker Chris Rock. Er moderiert in diesem Jahr die Oscar-Verleihung und ist bekannt dafür, die Missstände in Hollywood mit spitzer Zunge zu kommentieren. Was er sich dazu einfallen lässt, gibt es dann bei der Verleihung des Filmpreises am 28. Februar in Hollywood zu sehen und zu hören.

Oscar-Nominierungen in Los Angeles bekannt gegeben
N. Markwald, ARD Los Angeles
15.01.2016 11:38 Uhr

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