Die abgesetzte venezolanische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Diaz | Bildquelle: REUTERS

Venezuela Generalstaatsanwältin auf der Flucht

Stand: 11.08.2017 09:10 Uhr

Die geschasste Generalstaatsanwältin Venezuelas, Ortega, ist auf der Flucht. Sie müsse um ihr Leben fürchten, sagte sie in einem Reuters-Interview. Ortega war abgesetzt worden, nachdem sie sich gegen Präsident Maduro gestellt hatte; sie selbst sieht sich ihrer Rechte beraubt.

Die entlassene Generalstaatsanwältin Venezuelas, Luisa Ortega, fürchtet um ihr Leben. Sie sei auf der Flucht, aber sie werde in ihrem Kampf für Demokratie und Freiheit in Venezuela nicht nachlassen, sagte Ortega der Nachrichtenagentur Reuters.

Sie hatte im März mit Präsident Nicolas Maduro gebrochen und ist inzwischen eine scharfe Kritikerin des Staatschefs, der mit der Installation einer neuen Verfassungsversammlung das Parlament aushebelte. Im Abgeordnetenhaus hatte seit der letzten Wahl die Opposition die Mehrheit.

"Arbeite weiter für mein Land"

"Ich weiß nicht, welche dunklen Absichten und Pläne sie womöglich haben, um mich nicht nur meiner Freiheit zu berauben, sondern mir auch das Leben zu nehmen", sagte Ortega. Die 59-jährige Juristin lebt versteckt und wechselt mindestens einmal am Tag ihren Unterschlupf. Sie fühle sich permanent verfolgt. Dennoch arbeite sie weiter für das Land, sagte Ortega. Sie stehe im Kontakt zu Staatsanwälten und anderen Institutionen in Venezuela und in anderen Ländern. Genauer wollte sie sich dazu nicht äußern. "Ich bin die Generalstaatsanwältin Venezuelas", betonte sie. Ihre Rechte würden ihr aber vorenthalten.

Das UN-Hauptquartier in New York | Bildquelle: AP
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Die Vereinten Nationen (UN) forderten inzwischen Maßnahmen zum Schutz der regierungskritischen Generalstaatsanwältin.

Die Vereinten Nationen (UN) forderten inzwischen Maßnahmen zum Schutz der regierungskritischen Generalstaatsanwältin. Ortega stammt aus dem sozialistischen Lager und stand anfangs auf Maduros Seite. Sie wurde aber in den vergangenen Monaten zu seiner ärgsten Gegnerin, seit es immer wieder zu Massenprotesten gegen die Regierung kam. Mehr als 120 Menschen wurden dabei getötet. Ortega wirft Maduro Menschenrechtsverletzungen vor und beschuldigt die Regierung, Angaben über die Beteiligung an der Wahl der Verfassungsversammlung gefälscht zu haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2017 um 20:00 Uhr.

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