Oroville-Staudamm in den USA | Bildquelle: REUTERS

Angst vor Flutwelle "Im Moment ist der Damm stabil"

Stand: 13.02.2017 20:45 Uhr

Die Situation am riesigen Oroville-Staudamm in den USA hat sich leicht entspannt. Trotzdem mussten 180.000 Menschen ihre Häuser verlassen und Kalifornien rief den Notstand aus. Der Grund: Die Behörden befürchteten eine riesige Flutwelle.

Die kritische Lage an einem riesigen Staudamm in Nordkalifornien hat sich leicht entspannt. Die Behörden ließen drei Millionen Liter Wasser pro Sekunde ab, um die Lage am Oroville-Staudamm zu entschärfen. Es ist der größte Staudamm der USA mit einer Höhe von 235 Metern. Im Moment sei der Damm stabil, sagt Doug Carlson vom California Department of Water Resources beim Sender CNN. Das Problem sei, dass der normale Überlaufkanal defekt ist.

Auch der Notfall-Überlauf war beschädigt

"Dadurch konnte der Stausee nicht wie sonst üblich langsam abgelassen werden. Wir haben seit Oktober fast doppelt so hohe Regenfälle wie sonst. Damit ist der See vollgelaufen, ohne die üblichen Möglichkeiten, das Wasser abzulassen." So erreichte das Wasser erstmals seit Jahrzehnten den sogenannten  Notfall-Überlauf, doch als die Veranwortlichen diesen öffneten, war auch er beschädigt. "Hubschrauber der Nationalgarde werfen Säcke mit Steinen in der Nähe der erodierten Stellen ab", so Carlson.

Hunderttausende fliehen vor möglichem Staudammbruch in Kalifornien
tagesschau 17:00 Uhr, 13.02.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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180.000 Menschen sollen ihre Häuser verlassen

Die Behörden gehen im Moment jedoch nicht davon aus, dass der Damm selbst in Gefahr ist. Trotzdem wurden rund 180.000 Anwohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, in drei Bezirken Kaliforniens riefen die Behörden den Notstand aus. Dort wurden zahlreiche Notunterkünfte für die Einwohner bereitgestellt. Die Menschen unterhalb des Damms im Norden des US-Bundesstaates sollten ihre Häuser in Richtung Osten, Süden oder Westen, aber keinesfalls in Richtung Norden verlassen, erklärte die Behörden von Yuba auf Facebook. "Dies ist kein Probealarm", teilte sie per Twitter mit.

Yuba County @YubaCounty
ALERT!!!! Evacuation ordered for all Yuba County on the valley floor. Travel safely. https://t.co/BrRpXUJiX5
Evakuierte in Nordkalifornien | Bildquelle: dpa
galerie

188.000 Menschen wurden aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Es drohen weitere schwere Regenfälle

In den nächsten Tagen soll am Damm weiter Wasser abgelassen werden. Denn für Ende der Woche haben die Wetterdienste noch einmal schwere Regenfälle vorausgesagt. Die 235 Meter hohe und rund 2300 Meter lange Anlage liegt etwa 125 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sacramento. Sie staut den Oroville-See auf und dient der Stromgewinnung. Teile Kaliforniens hatten in den zurückliegenden Tagen wegen heftiger Regenfälle unter Wasser gestanden. Bewohner wurden aus ihren Häusern gerettet, nachdem der Fluss San Lorenzo über die Ufer getreten war. Die Wassermassen überraschten den Bundesstaat nach Jahren der Dürre.

Mit Material von ARD-Korrespondent Wolfgang Stuflesser

Oroville-Damm in Kalifornien stabil
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
14.02.2017 07:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Februar 2017 um 17:00 Uhr.

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