Pulse in Orlando | Bildquelle: AP

Angebliche IS-Unterstützung Orlando-Angehörige verklagen Internetkonzerne

Stand: 22.12.2016 07:19 Uhr

Weil der IS auf Facebook, Twitter und YouTube seine Propaganda verbreitet, haben drei US-Familien die Internetkonzerne verklagt. Sie hatten Angehörige bei den islamistischen Anschlägen in Orlando verloren. Nun wollen sie Entschädigung.

In den USA haben Angehörige der Opfer des Anschlags von Orlando die Internetkonzerne Facebook, Google und Twitter wegen angeblicher Unterstützung der Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" verklagt. Die Familien dreier Opfer werfen den Konzernen vor, dem IS "wissentlich und ohne Rücksichtnahme" ermöglicht zu haben, die sozialen Netzwerke als Mittel zur Rekrutierung von Dschihadisten, Geldbeschaffung und Verbreitung von Propaganda zu nutzen.

Diese Form der Unterstützung habe den Aufstieg des IS befördert und diesen in die Lage versetzt, zahlreiche terroristische Anschläge zu verüben. Die Kläger verlangen Entschädigung. In der Anklage heißt es, die Konzerne sollten die Accounts von Islamisten schneller löschen.

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Ähnliche Klagen abgewiesen

Facebook erklärte zu der Klage, die Standards des Unternehmens machten deutlich, dass terroristische Gruppen nichts in den sozialen Netzwerken zu suchen hätten. Wenn derlei Inhalte bemerkt würden, würden sie schnell entfernt. Google reagierte zunächst nicht, Twitter lehnte eine Stellungnahme ab. Nach eigener Aussage löschte der Kurznachrichtendienst seit 2015 rund 360.000 Accounts wegen Terrorunterstützung.

Laut der Nachrichtenagentur AP wurde eine ähnliche Klage gegen Twitter im August abgewiesen. Damals hatten Familien zweier IS-Opfer in Jordanien geklagt.

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Im Juni hatte der 29-jährige Omar Mateen, ein US-Bürger und Sohn afghanischer Einwanderer, den Homosexuellen-Nachtclub "Pulse" in Orlando überfallen und dort um sich geschossen. 50 Menschen wurden getötet, darunter der Attentäter von der Polizei. Mateen hatte sich zum IS bekannt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Dezember 2016 um 09:00 Uhr.

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