"Pray for Roseburg" steht auf einem Schild | Bildquelle: AFP

Amoklauf in Oregon Schütze wurde aus Armee entlassen

Stand: 03.10.2015 07:55 Uhr

Erst im August traten in Oregon strengere Waffengesetze in Kraft, doch verhindern konnten sie den Amoklauf am College von Roseburg nicht. Immer mehr Details werden über den Täter bekannt, etwa, dass er aus der Armee entlassen wurde.

Von Nicole Markwald, ARD-Hörfunkstudio Washington

Als der Sheriff von Douglas County vor die Presse trat, hatte er einen Zettel mit neun Namen in der Hand. Sie alle wurden bei der Schießerei am Donnerstag am Umpqua Community College getötet, acht von ihnen Studenten sowie ein Lehrer.

Die Kleinstadt Roseburg ganz im Süden des Bundesstaates Oregon steht unter Schock. Gerade mal 22.000 Leute leben hier, jeder kennt direkt oder entfernt die Familien, die ein Kind oder ein Elternteil verloren haben. Noch immer liegen fünf Verletzte in lokalen Krankenhäusern, ein Patient konnte die Klinik inzwischen verlassen.

Nach Amoklauf in Oregon: Obama fordert schärfere Waffengesetze
tagesschau 20:00 Uhr, 02.10.2015, Ina Ruck, ARD Washington

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Schütze trug Splitterschutz-Weste

Nach langen Stunden voller Gerüchte gibt es nun auch immer mehr bestätigte Informationen über den 26-jährigen Täter. Er war als Student an dem College eingeschrieben, die Tat fand während eines Kurses statt, den er belegt hatte. Offenbar hatte er sich auf ein längeres Feuergefecht vorbereitet: Er trug eine Splitterschutzweste und hatte massenhaft Munition dabei.

Die US-Waffenkontrollbehörde ATF stellte sechs Waffen am Tatort sicher. Weitere sieben Waffen wurden in der Wohnung des Schützen entdeckt - allesamt wurden legal erworben. In Oregon trat erst im August ein neues Gesetz in Kraft. Käufer von Waffen müssen sich einem sogenannten "background check" unterziehen. Dabei wird überprüft, ob sie in der Vergangenheit kriminell waren oder psychisch krank. Als Gouverneurin Kate Brown das Gesetz unterzeichnete, sprach sie von einer sinnvollen Regulierung, die dem Recht eines jeden Bürger, eine Waffe zu tragen, nicht entgegenstehe.

Aus Armee entlassen

US-College in Roseburg | Bildquelle: dpa
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Das US-College in Roseburg.

2013 war der Täter mit seiner Mutter von Kalifornien nach Oregon gezogen. Unauffällig sei er gewesen, geradezu schüchtern, heißt es über ihn. Stets habe er die gleiche Kleidung getragen: schwere Schuhe, Tarnhosen, ein weißes T-Shirt. 2008 wurde er nach nur einem Monat bei der Army entlassen, berichtet die "Los Angeles Times". Gesprächen sei er ausgewichen, es sei denn, es ging um Waffen, erzählen Nachbarn. Nach Behördenangaben hinterließ er ein wütendes, hasserfülltes Schreiben.

Auch Präsident Obama äußerte sich am Freitag erneut über die Tat: "Wir müssen sicherstellen, dass Menschen, die in irgendeiner Art Probleme haben und sich abreagieren wollen, keinen einfachen Zugang zu Waffen haben, mit denen sie vielen Menschen Gewalt antun."

Und auch einige Familien der Opfer haben sich inzwischen mit Erklärungen an die Öffentlichkeit gewandt, darunter die Eltern des 18-jährigen Lucas Eibel. "Wir haben überlegt, wie wir allen klarmachen können, wie großartig Lucas war, aber das würde 18 Jahre dauern."

Kleinstadt Roseburg steht unter Schock
Nicole Markwald, ARD Los Angeles
03.10.2015 06:07 Uhr

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