Blackhawk und Apache Hubschrauber der in der saudi-arabischen Wüste stationierten US-Luftlandeeinheiten heben im August 1990 von einem Flugfeld ab. | Bildquelle: dpa

25 Jahre "Operation Wüstensturm" Als die USA den ersten Irak-Krieg begannen

Stand: 17.01.2016 03:14 Uhr

Am 17. Januar 1991 startete die "Operation Wüstensturm". Der damalige US-Präsident George Bush sen. hatte eine breite internationale Koalition zur Befreiung Kuwaits geschmiedet. Iraks Präsident Saddam Hussein ließ er im Amt, um ein Vakuum in der Region zu verhindern. Zwölf Jahre später wollte sein Sohn George W. Bush die Mission vollenden - mit den bis heute spürbaren Folgen.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Es war ein Krieg mit Ankündigung. Die Vereinten Nationen hatten Iraks Diktator Saddam Hussein ein Ultimatum gesetzt: Bis zum 15. Januar 1991 mussten die 300.000 irakischen Soldaten aus Kuwait abziehen. Doch Saddam ließ alle Vermittlungsversuche scheitern und das Ultimatum verstreichen. Stattdessen erklärte er Kuwait zur 19. Provinz des Irak und rief die "Mutter aller Schlachten" aus.

In der Nacht zum 17. Januar fielen die ersten amerikanischen Bomben auf Bagdad. Live dabei der damals noch kaum bekannte Fernsehsender CNN: "Etwas passiert hier draußen", meldete sich CNN-Reporter Bernhard Shaw aus einem Hotel in Bagdad. "Der Himmel über Bagdad leuchtet". Es folgten tagelang Live-Berichte mit pfeifenden Raketengeräuschen und grünlich schimmernden Bildern nächtlicher Bombenangriffe. Die ganze Welt schaute CNN zu, obwohl schnell klar war, dass das Pentagon die Berichterstattung lenkte. Der Weltöffentlichkeit sollte der Eindruck eines "chirurgisch präzisen" Krieges vermittelt werden.

25 Jahre "Operation Wüstensturm"
tagesschau 13:15 Uhr, 17.01.2016, Sandra Ratzow, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Ein Angriff mit UN-Mandat

Zwar gab es Proteste gegen den Krieg unter dem Motto "Kein Blut für Öl". Aber anders als sein Sohn George W. Bush zwölf Jahre später hatte Bush senior eine breite internationale Koalition geschmiedet und ein klares Mandat der Vereinten Nationen.

"Wenn uns die Geschichte etwas lehrt, dann dies: Wir dürfen eine solche Aggression nicht hinnehmen. Sonst zerstört sie unsere Freiheiten. Beschwichtigen funktioniert nicht." Dieser Argumentation von George Herbert Walker Bush schlossen sich knapp 40 Nationen an, vor allem NATO-Mitglieder und arabische Länder. Deutschland beteiligte sich finanziell. Auslandseinsätze der Bundeswehr waren damals noch nicht möglich.

George Bush Sen. | Bildquelle: dpa
galerie

Hatte für den Einsatz ein UN-Mandat: der damalige US-Präsident Bush (Archiv)

US-General Norman Schwarzkopf im Jahr 1991 | Bildquelle: AFP
galerie

US-General Norman Schwarzkopf kommandierte die Operation. 2012 starb er.

Nach gut sechs Wochen wieder vorbei

Obwohl Iraks Armee als viertgrößte der Welt galt, waren die Alliierten haushoch überlegen. Der Irak war nach acht Jahren Krieg gegen den Iran ausgelaugt und hoch verschuldet, weshalb Saddam das reiche Kuwait haben wollte.

Nach fünfeinhalb Wochen Luftkrieg und vier Tagen Bodenoffensive gab der Diktator auf, nicht ohne vorher 700 Ölquellen in Brand gesteckt zu haben. US-Kommandeur Norman Schwarzkopf verkündete den Sieg: "Die Operation Wüstensturm ist beendet. Die Irakis haben wir aus Kuwait herausgeschmissen. Und Kuwait baut seine Nation wieder auf."

Saddam Hussein blieb

Auf einen Sturz von Saddam Hussein verzichtete Bush senior bewusst, um ein gefährliches Machtvakuum in der Region zu vermeiden. Kritiker in den USA warfen ihm vor, er sei "auf halbem Wege stehen geblieben". Sein Sohn George W. Bush wollte deshalb 2003 die "Mission vollenden": ein zweiter Irak-Krieg - diesmal ohne UN-Mandat - sollte den Diktator und seine angeblichen Massenvernichtungswaffen endgültig beseitigen.

Schon die US-Militärpräsenz nach dem ersten Irak-Krieg wurde zum Nährboden für islamistische Extremisten. Viel verhängnisvoller jedoch sind bis heute die Folgen des zweiten Irak-Krieges von George W. Bush. Anders als erhofft wurde der Irak keine blühende Demokratie, sondern versank noch tiefer in Chaos und Terror.

Saddam Hussein | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
galerie

Saddam Hussein wurde nach dem zweiten Irak-Krieg von einem irakischen Gericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt. Er wurde am 30.12.2006 gehenkt.

25 Jahre Operation Wüstensturm - der 1. Irak-Krieg und die Folgen
M. Ganskmeier, ARD Washington
16.01.2016 21:41 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: