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10.02.2010

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Ausland
Olympisches Feuer vor Protestplakat
Chinesische Medien spielen Protest in Olympia herunter
Nach der Entzündung des olympischen Feuers

Chinas Medien spielen Protest in Olympia herunter

Voller Stolz berichten chinesische Medien von der Entzündung des olympischen Feuers. Dass die Zeremonie gestört wurde, ignorieren viele. Unterdessen sind laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua bei neuen Protesten in überwiegend von Tibetern bewohnten Gebieten zwei Menschen getötet worden.

Von Petra Aldenrath, ARD-Hörfunkstudio Peking

Tibeter stören Zeremonie in Olympia Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Demonstranten stören Zeremonie in Olympia: Solche Bilder bekommen die wenigsten Menschen in China zu sehen. ]
Das Bild wie das olympische Feuer entzündet und die Fackel in die Höhe gehalten wird, prangt heute auf vielen Zeitungen in China. Voller Stolz wird berichtet, wie reibungslos alles im griechischen Athen ablief. Dass Demonstranten die Zeremonie störten, dass sie die tibetische Flagge hochgehalten haben und "Freiheit für Tibet" riefen - davon berichten die wenigsten chinesischsprachigen Zeitungen. Und wenn sie es tun, wird nicht darüber geschrieben, warum es zu Protesten kam. Erwähnt wird nur, dass die griechische Polizei gute Arbeit geleistet habe und die Demonstranten erfolgreich vertreiben konnte.

China kontrolliert seine Medien scharf und lässt nur Nachrichten zu, die der Regierung genehm sind. Dazu gehört die Lobeshymne von Liu Qi vom nationalen olympischen Komitee Chinas, als er in Athen den Weg des olympischen Fackellaufs preist: "Die Flamme wird über Berge und über das Wasser getragen. Sie wird Leidenschaft entfachen und ein Symbol für gemeinsame Träume sein. Das olympische Feuer wird Freude, Licht, Frieden, Freundschaft und den olympischen Geist zu den 1,3 Milliarden Chinesen und den anderen Menschen auf den fünf Kontinenten bringen."

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Propagandaapparat auf Hochtouren

China gibt sich als friedliebende Nation, die ihr Land im Griff hat. Zwar räumt die chinesische Regierung erneute Unruhen in der südchinesischen Provinz Sichuan ein, doch insgesamt, so wird der chinesischen Bevölkerung in den Medien vermittelt, sei die Lage stabil.

Der chinesische Propagandaapparat läuft auf Hochtouren. Im Fernsehen, in den Zeitungen und im Internet werden Erfolge vermeldet. Der Alltag in Lhasa wird gezeigt und immer wieder gibt es Berichte von tibetischen Demonstranten, die Reue zeigen und sich freiwillig der Polizei stellen. Auch Fahndungsfotos von verdächtigen Demonstranten werden regelmäßig veröffentlicht.

Verhaftete Tibeter im chinesischen Staatsfernsehen (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bilder des chinesischen Fernsehens am 31. März: Diese Männer haben sich den Angaben zufolge nach den Aufständen in Lhasa der Polizei gestellt. (Foto: AP) ]
Die chinesische Regierung betreibt eine perfekt inszenierte Propaganda-Kampagne. Im tibetischen Fernsehkanal Chinas wird gezeigt wie buddhistische Mönche in roten Roben durch die Altstadt der tibetischen Hauptstadt Lhasa gehen und sich beim Volk für die Unruhen entschuldigen. Die Mönche streicheln Kindern über die Wangen, sie schütteln Hände und verteilen Geldscheine an die Opfer der gewalttätigen Ausschreitungen. "Ich möchte sagen, diese Unruhen sind von der Nation nicht gewollt. Sie wurden von einer kleinen Gruppe, die das Recht bricht, organisiert. Sie wollen die Einheit von unserem Vaterland zerstören", wird ein Mönch im Fernsehen zitiert.

Den Dalai Lama um jeden Preis besiegen

"Nach den Unruhen in Tibet haben die Menschen realisiert, dass ein harmonisches und friedliches Leben vorteilhaft sei und im Interesse aller ethnischen Gruppen", schreibt die Zeitung "Peoples Daily". China versucht mit aller Macht seinem Volk einzutrichtern, dass "Stabilität, Harmonie und die Einheit des Landes das wichtigste überhaupt seien. Aufforderungen aus anderen Ländern, einen Dialog mit dem Dalai Lama zu beginnen, um die Lage zu entschärfen, weist China nach wie vor zurück. Aus Sicht der chinesischen Regierung ist der Dalai Lama ein Wolf im Schafsgewand. Er sei der Drahtzieher der Unruhen heißt es immer wieder - ihn zu besiegen sei ein Kampf auf Leben und Tod.

Stand: 25.03.2008 05:50 Uhr
 

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