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Schlusslicht
Wenn Briten zurücktreten
Nur unter die Gürtellinie!
Großbritannien erlebt ein wahrhaft ereignisreiches Jahr. Parallel zum Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. gab es ein weiteres Highlight: Bei den Olimpick Games traten die besten Sportler ihrer Disziplinen an. Und auch so manch deutscher Politiker hätte dabei gar nicht so schlechte Chancen gehabt…
Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de
Die Olympischen Spiele der Neuzeit können auf eine wahrhaft beeindruckende Geschichte zurückblicken. Seit nunmehr 116 Jahren messen sich die besten Sportler der Welt in ihren Disziplinen. Gegen ein anderes Sportereignis verblasst diese Tradition jedoch deutlich: Die "Robert Dover's Olimpick Games" werden in der englischen Region Cotswold seit 400 Jahren ausgetragen - zugegeben mit ein paar kleineren Unterbrechungen.
In der britischen Version gibt es den einen oder anderen Unterschied zu den modernen Olympischen Spielen. Zwar werden vorwiegend Wettbewerbe in historischen Sportarten wie Tauziehen, Volkstanz und Vorschlaghammerwerfen sowie Reiterspiele ausgetragen. Auch der Bierlappentanz "Dwile Flonking" - wir werden noch nicht einmal versuchen zu erklären, wie das geht - ist immer mal wieder dabei. Gleichzeitig zeigte man sich aber auch offen für Innovationen: So gab es bereits Kämpfe im Klavierzerstören und im Motocross.
Treten und getreten werden
Ein traditioneller Wettkampf darf jedoch auf keinen Fall fehlen: Shin Kicking, das Schienbeintreten. Das ist genau das, was sich wohl jeder darunter vorstellt. Die beiden Duellanten fassen sich an den Schultern und kicken sich so lange, bis einer umfällt. Schienbeinschützer sind dabei natürlich verboten, die Teilnehmer dürfen lediglich so viel Stroh in ihre Hose stopfen wie reingeht.
Irgendwie unfair!
Es ist wohl Zufall, dass die weltweit wohl wichtigsten Wettbewerbe im Schienbeintreten ausgerechnet parallel zum EU-Russland-Gipfel, dem Parteitag der Linkspartei und den Verhandlungen der schwarz-gelben Koalitionsspitzen stattfanden. Böse Zungen behaupten jedoch, dass mit der Terminwahl die führende Konkurrenz vom Kontinent ausgeschaltet werden sollte. Allerdings ist diese meist deutlich besser im Treten als im Zurücktreten.
Wer das Ereignis verpasst hat, der sei getröstet: In ein paar Wochen soll es in London wieder so ein paar sportliche Wettbewerbe geben - leider jedoch ohne die Männer mit den stählernen Schienbeinen.
Stand: 05.06.2012 17:29 Uhr
