Alexander Van der Bellen | Bildquelle: dpa

Van der Bellen gewinnt Ein Signal an Europa?

Stand: 05.12.2016 07:24 Uhr

Österreichs künftiger Bundespräsident, Van der Bellen, glaubt, dass durch seinen Wahlsieg ein "rot-weiß-rotes Signal der Hoffnung" an die EU gesendet wird. Der unterlegene FPÖ-Kandidat Hofer gratulierte - und kündigte eine erneute Kandidatur an.

Von Ralf Borchard, ARD-Studio Wien

Der Jubel kam schneller als erwartet bei der Wahlparty des Van-der-Bellen-Lagers. Schon die erste Hochrechnung war eindeutig: Der frühere Parteichef der Grünen lag uneinholbar vorn. Van der Bellens Anhänger waren begeistert.

Von seinem deutlichen Vorsprung war auch der Wahlsieger selbst überrascht. "Mir geht’s hervorragend", sagte Van der Bellen. Er sehe die Wahl auch als ein Signal an die EU: "Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass von Wien aus ein rot-weiß-rotes Signal der Hoffnung und der positiven Veränderung durch Europa geht, ein rot-weiß-rotes Signal, das in den Hauptstädten der Europäischen Union aufgenommen und sehr sorgfältig analysiert werden wird."

Enttäuschung dagegen in der Parteizentrale der FPÖ - und Versuche, das Ergebnis von Norbert Hofer nicht nur als Niederlage zu sehen: "Es ist insgesamt ein unglaubliches tolles Ergebnis der FPÖ, im Vergleich zu dem, was wir vor einem Jahr erwartet hätten", sagte ein FPÖ-Anhänger.

Sieger und Verlierer in Österreich
Darko Jakovljevic, ARD Wien, 05.12.2016, tagesschau 12:00 Uhr

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"Der Wähler hat immer recht"

Der unterlegeneHofer selbst gratulierte Van der Bellen. "Ich bin enttäuscht, weil ich gern auf dieses Land gut aufgepasst hätte. Es ist jetzt anders gekommen, das tut natürlich sehr weh, muss ich ehrlich zugeben. Aber der Wähler hat immer recht." Hofer kündigte an, bei der nächsten Präsidentenwahl in sechs Jahren erneut zu kandidieren.

Erleichtert zeigte sich der sozialdemokratische Bundeskanzler. Christian Kern hatte sich für die Wahl Van der Bellens ausgesprochen und kann nun davon ausgehen, dass die Regierungskoalition aus SPÖ und Volkspartei ÖVP zunächst weitermachen kann. "Ich bin davon überzeugt, dass Alexander Van der Bellen ein sehr guter Partner sein wird, wenn es darum geht, eine weltoffene, zukunftsgewandte Politik der Chancen und Hoffnungen zu betreiben", sagte Kern.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache machte deutlich, dass seine Partei keineswegs dauerhaft auf Versöhnung umschalten will. "Was wir erleben ist, dass es eine massive Angstkampagne und eine massive Walze des Systems gegen Norbert Hofer gegeben hat. Es haben sich ja fast alle Parteien eingehängt gegen Norbert Hofer", sagte Strache.

Reaktionen auf der Straße geteilt

Erneut anfechten will die FPÖ die Präsidenten-Stichwahl aber nicht. Zwar gilt bis zum 22. Dezember eine Einspruchsfrist, doch in Wien gehen alle Beobachter davon aus, dass Van der Bellen tatsächlich Ende Januar vereidigt werden kann. Das sieht auch der Politikwissenschaftler Anton Pelinka so. "Offenkundig will eine Mehrheit in Österreich keinen Bruch mit der Europäischen Union, also keine Marine-Le-Pen-Strategie, keine Nigel-Farage-Strategie. Auch wenn Hofer ja hier im Wahlkampf da eher vorsichtig war, ist das Image geblieben", sagte Pelinka.

Auf der Straße bleiben die Reaktionen der Leute geteilt. "Es war eh nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Jetzt können wir uns aussuchen, was wir haben", kommentierte ein Mann die Wahl.

Van der Bellen gewinnt Präsidentenwahl in Österreich
R. Borchard, ARD Wien
05.12.2016 07:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Dezember 2016 um 07:21 Uhr

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