Wahl in Österreich | Bildquelle: dpa

Präsidentenwahl in Österreich Die Wahllokale sind zu

Stand: 04.12.2016 17:00 Uhr

Nun wird gezählt - die Wahllokale in Österreich haben geschlossen. Noch ist allerdings unklar, wer die Präsidentschaftswahl gewinnen wird: Alexander Van der Bellen oder Norbert Hofer. Erste Hochrechnungen werden zwischen 17.15 Uhr und 17.30 Uhr erwartet.

Bei der Präsidentschaftswahl in Österreich haben die letzten Wahllokale geschlossen. Um 17.00 Uhr endete auch in ganz Wien die Möglichkeit zur Stimmabgabe. 6,4 Millionen Österreicher ab 16 Jahren waren aufgerufen, ihr neues Staatsoberhaupt zu wählen. Eine erste Hochrechnung wird zwischen 17.15 und 17.30 Uhr erwartet. Die Auszählung aller Stimmen kann jedoch bis zu zwei Tage dauern. Erst wenn das letzte Ergebnis einer Wahlbehörde vorliegt, wird das vorläufige Endergebnis von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) verkündet. Das kann theoretisch auch erst am Dienstag sein.

Bundespräsidentenwahl in Österreich
tagesschau24 15:00 Uhr, 04.12.2016, Till Rüger, ARD Wien

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Beide Kandidaten - Norbert Hofer von der FPÖ und der Grünen-nahe Alexander Van der Bellen - zeigten sich zuversichtlich. Nach seiner Stimmabgabe in Wien sagte Van der Bellen, er sei guten Mutes, dass er auch diese Stichwahl gewinne. "Aber man kann nie sicher sein", schränkte der 72-jährige ein. Sein Konkurrent, der 45-jährige Hofer, betonte in seinem Heimatort Pinkafeld im Burgenland, er strebe kein Öxit-Referendum an. Für eine Volksbefragung zum Thema EU-Austritt in Österreich sei er nur, wenn die Türkei eines Tages der Union beitreten sollte oder wenn die EU zentralistisch werde.

"Einer blöder wie der andere"

Der Wahlkampfstil war häufig aggressiv - entsprechend ist die Stimmung der Leute auf dem Weg ins Wahllokal: "Früher waren die Wahlkämpfe um einen Bundespräsidenten ganz anders, nicht so hart. Ich muss mich schon sehr überwinden, wenn ich dann in die Wahlzelle gehe. Es fällt mir nicht leicht", sagt ein Mann. Eine Frau kommentiert: "Einer blöder wie der andere. Das ist meine Meinung."

Erstmals kann mit Hofer ein Rechtspopulist an die Spitze eines Staates in Westeuropa gelangen. Er ist ausländer- und EU-kritisch eingestellt. Van der Bellen ist dagegen ein EU-Anhänger und Freund der Willkommenskultur gegenüber Migranten mit Asylgrund. Es ist das erste Mal, dass ein Politiker aus den Reihen der Opposition Staatschef wird.

Ablauf der Wahl

In Österreich hat die Wahl des Bundespräsidenten begonnen. 6,4 Millionen Wähler müssen sich zwischen dem FPÖ-Kandidaten Nobert Hofer und dem ehemaligen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen entscheiden. Die ersten Wahllokale schließen um 13 Uhr. Genereller Wahlschluss ist um 17 Uhr. Gegen 17.15 Uhr wird eine erste Hochrechnung erwartet. Sollte es ein knappes Rennen zwischen den beiden Bewerbern geben, wird der Sieger erst nach Auszählung der Briefwahlstimmen feststehen. Die erfolgt am Montag.

Möglicher Auftrieb für Rechtspopulisten

Die Wahl gilt in nationaler wie internationaler Hinsicht als Signal. Bei einem Sieg des FPÖ-Kandidaten wird sich die Koalition aus sozialdemokratischer SPÖ und konservativer ÖVP wohl eine strenge Kontrolle ihrer Politik durch Hofer gefallen lassen müssen. Zumindest hat er eine aktive Amtsführung und die Einmischung auch in die Tagespolitik angekündigt. International könnte ein Sieg des Rechtspopulisten ähnlichen Bewegungen in Frankreich und Deutschland weiteren Auftrieb geben.

Österreich stimmt erneut über den Bundespräsidenten ab
R. Borchard, ARD Wien
04.12.2016 12:56 Uhr

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Schlampereien und Kuvert-Probleme

Bei der ersten Stichwahl am 22. Mai hatte Van der Bellen mit rund 31.000 Stimmen Vorsprung hauchdünn gewonnen. Entscheidend für den Sieg damals war die große Unterstützung für den Ex-Grünen-Chef in den Städten. In Wien hatte Van der Bellen mehr als 63 Prozent der Stimmen bekommen. Hofer dagegen erhielt sehr viel Zuspruch auf dem Land. Das Votum vom 22. Mai war allerdings vom Verfassungsgerichtshof wegen organisatorischer Schlampereien bei der Auszählung der Briefwahlstimmen annulliert worden.

Nach einer erneuten Verschiebung des ursprünglichen Wiederholungs-Wahltermins am 2. Oktober wegen Problemen mit den Briefwahl-Kuverts ist es nun der dritte Anlauf, um das höchste Staatsamt zu besetzen.

Mit Informationen von Ralf Borchard, ARD-Studio Wien

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Dezember 2016 um 15:00 Uhr und die tagesschau am 04. Dezember 2016 um 17:20 Uhr.

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