Neos-Chef Matthias Strolz, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der österreichische Bundeskanzler Christian Kern (SP֖), ֖VP-Chef Sebastian Kurz und Grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek (Von links nach rechts) vor Beginn der TV-"Elefantenrunde". | Bildquelle: dpa

TV-Debatte in Österreich Zur Abwechslung mal betont sachlich

Stand: 12.10.2017 23:11 Uhr

Lange glich der Wahlkampf in Österreich eher einer Schlammschlacht. Am Sonntag wird gewählt - und zum letzten Mal präsentierten sich die Spitzenkandidaten am Abend im ORF in einer TV-Debatte. Die lief diesmal "über weite Strecken gesittet", wie der ORF selber schreibt.

Mit einer betont sachlichen Debatte ist in Österreich der Wahlkampf im Fernsehen zu Ende gegangen. Statt der zuletzt häufigen gegenseitigen Angriffe und Vorwürfe beherrschte das Werben um die eigene Politik die Beiträge der fünf eingeladenen Spitzenkandidaten in der "Elefantenrunde" am Abend im öffentlich-rechtlichen TV-Sender ORF2.

M.Rüger, ARD Wien, über die bevorstehenden Nationalratswahlen in Österreich
tagesschau24 11:00 Uhr, 13.10.2017

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Breiten Raum nahmen erneut die Flüchtlingskrise und ihre Folgen ein. Dabei sprach sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) für einen besseren Schutz der österreichischen Grenzen durch das Bundesheer aus. Weitgehende Einigkeit herrschte darüber, dass die Sozialsysteme künftig für Migranten weniger attraktiv sein sollten.

Strache: "Ein System, das die Sogwirkung abstellt"

ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz möchte einen Stopp der illegalen Zuwanderung, damit die gewohnten Sozialleistungen zugunsten der Beitragszahler weiter möglich sind. "Es braucht ein System, das die Sogwirkung abstellt", begründete FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seine Forderung nach Sach- statt Geldleistungen für Asylbewerber.

Zur Atmosphäre der TV-Runde schrieb der ORF selbst auf seiner Nachrichtenseite:

"Besonders energisch wurde die Diskussion bei den Themen Bildung und Migration. Die großen An- und Untergriffe blieben aber weitgehend aus. Die Diskussion verlief über weite Strecken gesittet."

Ermahnung vom Bundespräsidenten

Am 15. Oktober wählen die Österreicher ein neues Parlament. Nach bisherigen Umfragen gilt Kurz als Favorit im Rennen um die Kanzlerschaft. Auch die FPÖ kann den Meinungsforschern zufolge mit einem guten Ergebnis rechnen. Die Sozialdemokraten hoffen auf einen erfolgreichen Endspurt um die Wählerstimmen. 

In den vergangenen Tagen war der Wahlkampf bestimmt worden von einer Schmutzkampagne aus den Reihen der SPÖ gegen den ÖVP-Spitzenkandidaten Kurz. Die SPÖ wiederum verdächtigt die ÖVP, dass sie mit Bestechung an parteiinterne Informationen kommen wollte.

Wahlkampf in Österreich wird zur Schlammschlacht
tagesthemen 22:15 Uhr, 12.10.2017, Michael Mandlik, ARD Wien

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Das Staatsoberhaupt des Landes, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, hatte sich mahnend an die politische Elite gewandt. "Ich appelliere an alle Akteure, sich in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl ihrer staatspolitischen Verantwortung bewusst zu sein", sagte Van der Bellen. "Stellen Sie die langfristigen Interessen Österreichs über kurzfristiges parteitaktisches Kalkül."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Oktober 2017 um 02:22 Uhr.

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