Generaldirektor Kogler und Innenminister Sobotka | Bildquelle: dpa

Razzien in Österreich Anschlag war "sehr zeitnah geplant"

Stand: 21.01.2017 14:37 Uhr

Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Islamisten hat die Polizei in Österreich Razzien durchgeführt. Ein Anschlag sei "sehr zeitnah geplant" gewesen, sagte Kogler, Generalsekretär des Innenministeriums, möglicherweise in einer Wiener U-Bahn.

Nachdem die Polizei in Österreich einen 18-jährigen mutmaßlichen Attentäter in Gewahrsam genommen hat, hat sie mehrere Wohnungen durchsucht. Die Razzien fanden in der Hauptstadt sowie im Bundesland Niederösterreich statt, wie der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, sagte. Es sei Material beschlagnahmt worden, das nun ausgewertet werde.

Die Durchsuchungen fanden wegen eines vereitelten Anschlags statt. Dieser sei "sehr zeitnah geplant" gewesen, sagte der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit im österreichischen Innenministerium, Konrad Kogler. "Eines der möglichen Szenarien: "ein Bombenanschlag auf die Wiener U-Bahn".

Islamistischer Hintergrund vermutet

Die Festnahme des mutmaßlichen Täters erfolge am Freitag. Die entscheidenden Hinweise kamen nach Angaben der Behörden von einem ausländischen Geheimdienst. Der Verdächtige wurde am Samstag verhört.

Innenminister Wolfgang Sobotka sagte, bei dem Festgenommenen handle es sich um einen Österreicher mit albanischen Wurzeln. Er sei den Behörden als Kleinkrimineller bekannt gewesen. Außerdem gebe es "einzelne Indizien" auf eine islamistische Radikalisierung des jungen Mannes. Auszuschließen sei, dass der Mann ein Heimkehrer aus einem Kriegsgebiet der "Terrormiliz Islamischer Staat" ist.

Auch eine Spur nach Deutschland gebe es. Der Mann, der hauptsächlich in Wien gewohnt haben soll, sei in der Bundesrepublik gewesen. "Dass er einmal in Deutschland gewesen ist, das zeigt sich schon", sagte Sobotka. Medienberichte, wonach der Mann erst am Freitag aus Deutschland nach Wien eingereist sein soll, bestätigte der Minister aber nicht.

"Kronen Zeitung": Sprengstoffanschlag geplant

Die "Kronen Zeitung" berichtete, der Mann habe in der zweiten Januarhälfte einen Sprengstoffanschlag verüben wollen. Den Sprengsatz soll der Verdächtige in Deutschland selbst gebaut haben. Der Mann sei laut dem Bericht der Tageszeitung Sympathisant der Terrormiliz "Islamischer Staat". Die Polizei wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Allerdings mahnten die Behörden die Bevölkerung zu verstärkter Vorsicht. Vor allem an stark frequentierten Orten sollten die Menschen besonders aufmerksam sein. Wenn jemand herrenlose Gegenstände - etwa Gepäckstücke - sieht, müsse sofort die Polizei alarmiert werden. Außerdem seien derzeit Beamte in Uniform und in Zivil verstärkt in der ganzen Stadt unterwegs.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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