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10.02.2012

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Ausland
Ölschlieren auf der Meeresoberfläche (Foto: AP)
USA: Ölpest wird zur "nationalen Katastrophe"
Golf von Mexiko

Ölpest wird zur "nationalen Katastrophe"

US-Präsident Barack Obama will die Ölpest im Golf von Mexiko mit allen Mitteln bekämpfen. Es werde "jede verfügbare Ressource, die uns zur Verfügung steht," eingesetzt, kündigte er an. Dies könne auch die Hilfe der Streitkräfte umfassen. Die US-Regierung stufte die Ölpest als Katastrophe "von nationaler Bedeutung" ein. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, rief den Notstand in seinem Staat aus. Damit können nun rasch Bundeshilfen fließen.

Obama betonte, dass der Ölkonzern BP als Eigner der gesunkenen Bohrinsel für die Aufräumarbeiten zur Kasse gebeten werde. Der 160 Kilometer lange und bis zu 72 Kilometer breite Ölteppich könnte nach Einschätzung von Experten schon am Freitag die Küste von Louisiana erreichen. BP schloss sich der Schätzung der US-Behörde für Ozeane und Atmosphäre (NOAA) an, wonach nahezu 800.000 Liter Öl auslaufen - fünf Mal mehr als bislang angenommen. Im Kampf gegen das austretende Öl werde der Konzern jede Unterstützung annehmen, sagte Betriebsleiter Doug Suttles dem Fernsehsender NBC.

Die Regierung habe angeboten, die Expertise und die Ausrüstung des Verteidigungsministeriums zur Verfügung zu stellen, um die Ölpest einzudämmen, sagte Konteradmiralin Mary Landry von der US-Küstenwacht.

Schwimmende Barrieren und Abschöpfsysteme

Die US-Marine sendet unterdessen Ausrüstung zur Bekämpfung der Ölpest in den Golf von Mexiko. Zudem sollen Marinestützpunkte als Operationsbasis für die Räumungsarbeiten benutzt werden.

Arbeiter im US-Bundesstaat Louisiana (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Schwimmende Wasserbarrieren brachten nicht den erhofften Erfolg. ]

Rund 20 Kilometer schwimmende Barrieren und sieben Abschöpfsysteme sind den Angaben zufolge bereits auf dem Weg zum Marinestützpunkt Gulfport im US-Bundesstaat Mississippi. Das Weiße Haus hat das Verteidigungsministerium aufgefordert, sich für weitere Hilfen bereit zu halten. Obama entsandte zudem Heimatschutzministerin Janet Napolitano in das betroffene Gebiet, um die Arbeit der Einsatzkräfte zu koordinieren.

Umweltschützer sehen Abfackeln skeptisch

Am Ort des Unglücks wurde indes ein weiteres Leck entdeckt. Nachdem bisher alle Versuche gescheitert sind, die Lecks mit Hilfe von Tauchrobotern abzudichten, hat die Küstenwacht vorübergehend damit begonnen, das ausgelaufene Öl abzufackeln. Zunächst wurde Öl testweise auf einer begrenzten Fläche in der Nähe des Mississippi-Deltas in Brand gesetzt, wie ein Sprecher in New Orleans sagte.

Zwei Schiffe kreuzen vor dem großen Ölteppich im Golf von Mexiko (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Ölteppich hat inzwischen eine Größe von mehr als 5500 Quadratkilometer erreicht. ]
Umweltschützer sehen diese Methode mit Skepsis. Ein Greenpeace-Experte erklärte, das Abfackeln sei keine Lösung. Der allergrößte Teil des Ölteppichs sei so dünn, dass man das Öl gar nicht anzünden könne, sagte Christian Bussau dem MDR. Zudem entstehe beim Abbrennen eine riesige Rauchwolke mit sehr viel Ruß. Seiner Meinung nach sollten sich die Behörden auf ein "mechanisches Säubern der Küsten konzentrieren, auf das Abdichten des Lecks am Meeresboden und natürlich versuchen, das Öl auf See abzupumpen".

Stand: 29.04.2010 22:06 Uhr
 

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