Brennende Bohrinsel | Bildquelle: picture alliance / dpa

Prozess um "Deepwater Horizon" Halliburton gibt Beweisvernichtung zu

Stand: 26.07.2013 05:23 Uhr

Im Prozess um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat das Unternehmen Halliburton die Vernichtung von Beweismitteln eingeräumt. Wie das US-Justizministerium bekannt gab, werde sich die Firma deswegen in einem vorbereiteten Verfahren schuldig bekennen. Zudem zahle Halliburton die maximale Geldstrafe, akzeptiere eine dreijährige Bewährungszeit und arbeite weiter eng mit den Ermittlern zusammen.

Freiwillig habe das Unternehmen außerdem 55 Millionen Dollar (41 Millionen Euro) an den Nationalen Fisch- und Wildtier-Fonds gespendet. Die Strafzahlung des Unternehmens wegen der Vernichtung von Beweismitteln beträgt 200.000 Dollar.

Größte Ölkatastrophe in Geschichte der USA

Halliburton war Zulieferer von BP, dem Betreiber der Ölplattform. Das Unternehmen war an der Mischung des Zements für den Deckel des Bohrlochs beteiligt, aus dem das Öl ins Meer schoss. Es soll ein minderwertiges Bindemittel für den Zement verwendet haben und somit eine Mitschuld an der Katastrophe tragen.

Nach dem Unglück erstellte Halliburton im Rahmen von internen Untersuchungen Computersimulationen. Die Ergebnisse davon wurden zerstört und konnten nicht rekonstruiert werden, teilte das Justizministerium mit.

Bei der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" waren im April 2010 elf Menschen ums Leben gekommen, etwa 4,9 Millionen Barrel Öl (je 159 Liter) flossen ins Meer und lösten die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA aus.

1/11

Die größten Katastrophen der Ölförderung

In den vergangenen Jahrzehnten sind zahlreiche Plattformen havariert.

Die Ölbohrinsel

Die "P-36" war einst die größte Ölbohrinsel der Welt: Sie wog 31.400 Tonnen, war höher als der Kölner Dom und kostete eine halbe Milliarde Dollar. Zehn Monate förderte "P–36" im Auftrag des Konzerns Petrobras vor der brasilianischen Küste täglich zwölf Millionen Liter Öl und 1,3 Millionen Kubikmeter Gas aus der Tiefe. | Bildquelle: picture-alliance / dpa

Darstellung: