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"Occupy Wall Street" nennt sich die US-Protestbewegung, deren Anhänger seit mehreren Wochen für soziale Gerechtigkeit auf die Straße gehen. Auch im Web ist sie präsent. Was schreiben ihre Anhänger auf Twitter & Co.? Und wie behandeln die amerikanischen Medien das Thema? tagesschau.de stellt zentrale Links vor.
von Marie Fleischhauer und Rena Föhr für tagesschau.de
[Bildunterschrift: Webseite der übergreifenden Organisation "Occupy Together" ]
Der Einsatz neuer Medien ist für die Bewegung "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") essentiell - wie auch schon bei der arabischen Revolution, durch die sie sich inspiriert fühlt. Die Koordinierung der Proteste erfolgt größtenteils über Social-Media-Webseiten wie Twitter oder Facebook. Dokumentationen der Ereignisse gibt es auf dem Internet-Videoportal YouTube zu sehen. Dort befinden sich zahlreiche Videoclips, die die Ausschreitungen und das Vorgehen der Polizei zeigen. Ein Videoblog präsentiert weitere Eindrücke der Demonstrationen sowie Interviews mit Beteiligten.
Doch wofür stehen die Mitglieder der "Occupy Wallstreet"-Bewegung genau? Informationen dazu gibt es auf der offiziellen Homepage der Bewegung, die bereits am 14. Juli anonym registriert wurde. Auf der Seite findet man eine Übersicht über die Forderungen der Protestler, einen Livestream, in dem unabhängige Journalisten und Mitglieder der Bewegung live über Protestaktionen berichten, sowie zahlreiche Hintergrundinformationen.
Die Demonstranten haben bereits eine eigene Zeitung veröffentlicht, um ihre Standpunkte zu verdeutlichen. Am 1. Oktober erschien das "Occupied Wall Street Journal" erstmals mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Die "Huffington Post" hat die vierseitige Zeitung auf ihrer Homepage abgebildet.
[Bildunterschrift: Tumblr-Webseite "We are the 99 percent" ]
Darüber hinaus haben Mitglieder und Sympathisanten der Bewegung eine eigene Seite auf der Mikroblogging-Seite tumblr. ins Leben gerufen. Unter dem Motto "We are the 99 percent" ("Wir sind die 99 Prozent") haben Hunderte Menschen Beiträge ins Netz gestellt, in denen sie ihre Lebensumstände schildern und zu mehr sozialer Gerechtigkeit aufrufen.
Obwohl weiterhin New York das Zentrum der Proteste ist, gibt es inzwischen zahlreiche Nachahmer in anderen US-Städten. Auf der übergreifenden Homepage Occupy Together sammelt die Bewegung Berichte, Videos und Protestankündigungen in den verschiedenen Städten.
Auf Village Voice findet sich eine Liste mit Blog-Artikeln, die sich mit der Occupy-Wall-Street-Bewegung beschäftigen.
[Bildunterschrift: Auf ABC News gibt es sogar ein live Videoblog zu den Protesten. ]
Die großen amerikanischen Medien reagierten erst spät auf die Protestwelle, was stark kritisiert wurde. Inzwischen jedoch sind vielfältige Materialien online. Bekannte englischsprachige Medien wie "The Guardian", "The Huffington Post" und "New York Times" haben Themenseiten eingerichtet, auf denen Informationen und Videos zu den Verläufen der Protestaktionen bereit stehen. Auf der Seite der US-Fernsehnachrichten ABC News gibt es einen auf Twitter verlinkten Liveticker.
Zu den Anstiegen der Proteste Anfang Oktober bietet die "Washington Post" einen ausführlichen Artikel und eine Bilderstrecke. Eine kritische Sicht auf die Proteste nimmt auch Fox News ein.
Vor Kurzem nahm auch US-Präsident Barack Obama zu der Protestwelle Stellung. In einem Artikel der Los Angeles Times werden Auszüge aus seinem Statement zitiert und behandelt. In derselben Zeitung wird die - allgemein kontrovers diskutierte - Einordnung der Bewegung als linke Version der Tea Party erörtert.
Doch warum sollten eigentlich nur die Gegner der US-Finanzpolitik auf die Straße gehen? Es ginge schließlich auch umgekehrt, wie die Chicago Tribune anmerkt. Ein "Entschuldigungsmarsch" der Banker könnte wie eine Katharsis für die moderne Gesellschaft sein, merkt der Verfasser ironisch an - und schildert unterhaltsam den möglichen Verlauf einer solchen Aktion.
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